Sitzt da und leuchtet rot

Das Männchen vom Bluthänfling. In der aktuellen Fassung der Roten Liste hat der Bluthänfling den zweifelhaften “Aufstieg” von der Vorwarnliste auf “gefährdet” geschafft. Als Finkenvogel, der auf Sämereien von Wildkräutern und Stauden angewiesen ist, fehlen ihm oft entsprechende nicht bewirtschaftete Flächen wie Ackerbrachen und Blühstreifen, die ihren Namen auch verdienen, mit Arten wie Skabiosen-Flockenblumen, Kreuzkräuter, Wegerich, Kletten und andere.

Aber vor allem das Verschwinden von Lebensräumen wie Brachflächen, Ödland und Heide(ähnlichen) Landschaften machen ihm zu schaffen. Dabei ist er sehr anpassungsfähig und nimmt auch gerne Sekundärlebensräume an, wenn sie an Offenlandschaften erinnern. Das können bspw. Weinanbaugebiete, Industriegebiete, Baubrachen und Bergbaufolgelandschaften sein. Wenn diese aber aufgrund von Nutzungs- und Baudruck umgewandelt werden oder zu stark bewirtschaftet werden, verliert er auch dort sein Zuhause. Auch die unkontrollierte Sukzession von Bergbaufolgelandschaften, wenn diese bspw. von Kiefern zugewuchert werden, lässt einen passenden Lebensraum verschwinden.

Am Ort der Fotos, am Neusiedler See bei Ungarn, gab es aufgrund des Nationalparks, ehemaliger Steinbrüche und vieler Weingebiete auch entsprechend viele Bluthänflinge.