KBW Nr. 1

Der wohl typischste aller KBWs, ist wohl der Zilpzalp, wobei die Abkürzung für Klein, braun und weg steht Wohl aufgrund seiner eher unscheinbar äußeren und seiner nervös herumhuschenden Lebensweise in Sträuchern und in Bäumen, ist er bei Nicht-Ornithologen recht unbekannt. Dabei belegt er unter den häufigsten deutschen Brutvögeln mit 3,3-4,6 Mio. Brutpaaren Platz 7!

Im Gegensatz zum nah verwandten Fitis, sind Zilpzalpe (Zilpzälper?) keine Langstreckenzieher, sondern nur Kurzstreckenzieher und vereinzelt gibt es auch Überwinterer in Deutschland. Die Individuen, welche uns im Winterhalbjahr verlassen, findet man in der Mittelmeerregion, bissie bereits gegen Ende Februar so langsam wieder im Brutrevier ankommen und man ihren namensgebenden Gesang im März als Frühlingsvorboten wieder hören kann. Dabei gehört die Art laut Literatur zu den frühesten Sängern, wobei man bemerken muss, dass vor allem einige Standvögel, wie Kohlmeisen, oft auch schon im Januar anfangen zu singen.

Der Tolle mit der Holle – Vogel des Jahres 2024

…oder wie uns in Österreich, auf die Antwort der Frage, was dies für ein Vogel sei, entgegnet wurde: „Ah, des is de Kiebitz? Mit da Zipfer’l!“ Exakt!

Nicht nur die steile Frise ist immer einen Blick wert – vor allem die längere der Männchen – sondern auch das Spektakel, welches sich zur Balzzeit bietet. Wie bei vielen anderen Offenlandarten auch (Uferschnepfe, Sumpfohreule, Bekassine, uvm), machen Kiebitz-Männchen mit einem markanten Ausdrucksflug auf sich und ihr Revier aufmerksam. Dabei fliegt der männliche Frisurenträger übers Gebiet und lässt sich unter effektvollen „chui-wuit“ (ähnlich dem „kievitt“, aber nicht weinerlich) aufsteigen, um anschließend in abenteuerlichem Tempo nicht nur abzustürzen, sondern sich dabei oft noch zu drehen und kurz vor dem Boden abzulenken. So werden auch Revierstreitigkeiten ausgetragen – Was für eine Flugshow, vor allem bei der Flügelspannweite von ca. 80cm (die Angaben variieren stark von 70-87cm).