Unscheinbar und meist versteckt

Generell sind Vertreter aus der Familie der Grasmücken oft in Sträuchern unterwegs und dabei je nach Art mal schwieriger, mal leichter zu entdecken. Die Art hier hat es echt in sich, es ist die mit 0,7-1,0Mio Brutpaaren in Deutschland nicht einmal so seltene Gartengrasmücke, die man aber gar nicht zu oft zu Gesicht bekommt. Ihre Anwesenheit verrät sie oft mit ihrem flötigen, amseligen Gesang, der von allen Grasmücken-Arten tatsächlich recht nah an Amsel herankommt, dabei aber sehr schnell vorgetragen wird. Für mich eine tolle Gedächtnishilfe ist es, dass es die Turbo-Amsel ist Dabei ist der Gesang mit 7-15s recht lang und besteht aus mehreren direkt nacheinander vorgetragenen Strophen.

In der Bestimmungsliteratur ist sehr oft vom „Vogel ohne Merkmale“ die Rede, da die Art weder markante Strichel, Streifen, oder besondere Färbungen aufweist und mehr oder weniger insgesamt gräulich-braun wirkt. Wobei man das so eigentlich nicht sagen kann: Die dunkelbraune Oberseite hebt sich vom Rest des Vogels deutlich ab, der Schnabel ist besonders kräftig für einen Vertreter dieser Familie, die Kehle ist leicht aufgehellt und das Auge weist einen hellen Ring auf. Etwas Ähnlichkeit besitzt die Gartengrasmücke auf den ersten Blick mit der Nachtigall, wobei letztere eine viel hellere Kehle hat, die sie beim Singen gut präsentiert sowie einen markant langen sowie breiten roten Schwanz aufweist.

Vorjähriger Rotmilan im Überflug

Aus dem Mai stammen die Fotos von dem noch jungen Rotmilan. Auf das Alter lässt sich recht gut schließen: die fehlenden schwarzen Strichel am Bauch, die noch schwach ausgeprägte Gabel, die noch nicht ganz helle Iris, die alten sehr spitzen und abgenutzten juv. Handschwingen sowie der Mauserstatus verraten das 2. Kalenderjahr. 

Die Iris beginnt sich bereits im ersten Winter hell zu färben, erreicht aber meist noch nicht das typische Hellgelb der adulten. Im Laufe des 2. Kalenderjahres vermausern die jungen Rotmilane dann Stück für Stück immer mehr alte Federn und nähern sich immer weiter dem dunkleren Eindruck adulter Vögel an. Im Sommer des 2. KJ sehen die vorjährigen den erwachsenen schon sehr ähnlich, lassen sich aber anhand der teilweise noch vorhanden alten und abgenutzten spitzen Arm- und Handschwingen identifizieren.

Herr Schwarzkehlchen im Mai

Im Mai hat sich dieses männliche Schwarzkehlchen im Prachtkleid gezeigt. Zu dieser Zeit sind sie i.d.R. mitten im Brutgeschäft, da diese Kurzstreckenzieher, die in Südeuropa und Nordafrika überwintern, teilweise schon ab März wieder bei uns zu sehen sind. Mittlerweile gibt es aber auch Sichtungen von überwinternden Schwarzkehlchen.

Vom Schwarzkehlchen gibt es über den Eurasischen Kontinent bis nach Afrika 9 verschiedene Arten, wobei unsere Europäisches Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola) mit 2 Unterarten vertreten ist; unseres ist die Nominatform S. r. rubicola. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich südwestlich von Spanien und Marokko, weiter nördlich bis Dänemark und östlich bis nach Polen und Ukraine sowie im Südosten bis zur Türkei.

Es schwimmt, ist pelzig und weder Nutria noch Biber

Denn es ist der Bisam. Die Art, die ebenso wie Nutria und Biber zu den Nagetieren zählt, ist weniger bekannt, obwohl sie mittlerweile auch weit verbreitet ist. „Mittlerweile“ deswegen, da der Bisam wie auch der Nutria ursprünglich vom amerikanischen Kontinent stammt und hier durch Pelzfarmen eingeführt wurde.

Ähnlich wie der Nutria, so hat auch der Bisam im Gegensatz zum Biber einen dicken, runden Schwanz und kein Biber-Paddel; wobei der Bisamschwanz im Vergleich zum Nutria-Schwanz etwas platter und ovaler ist. Das Schnauzenprofil ist recht spitz und weist keine dicken weißen Barthaare auf. Am markantesten ist jedoch der Größenunterschied: mit 35cm (ohne Schwanz) ist der Bisam nur halb so groß wie ein Nutria (65cm ohne Schwanz) und ein Drittel so groß wie der heimische Biber (100cm ohne Schwanz).

Hohltaube im Flug

Die Hohltaube fristet unter nicht ornithologisch bewanderten Leuten ein unbekanntes Dasein. Zum Einen wirkt sie aus der Ferne ein wenig wie die Straßen bzw. Stadttaube, zum anderen lebt sie wesentlich zurückgezogener als beispielsweise die Ringeltaube. Damit sind wir auch schon beim Vergleich zu anderen Tauben:

Im Gegensatz zur Straßentaube hat die Hohltaube eine dunkle Iris, ein kaum variables Äußeres mit grauen Unterflügeln, dem markanten glänzenden grünen Halsfleck, einer ganz grauen Oberseite und einem hellen Schnabel.

Die Ringeltaube ist dagegen wesentlich massiger, größer und weist den typischen weißen Hals-Ring und weiße Flügelbinden auf den Oberseiten auf – allerdings sollte man zur Nachbrutzeit sehr aufpassen, denn wenn Trupps aus jungen Ringeltauben unterwegs sind, wird man bei diesen noch keinen weißen Halsring sehen! Hier sind Fotos mit dem Teleobjektiv unverzichtbar, um vor allem auf die Iris zu achten. Die Trupps sind nämlich oft nicht artenrein und Hohl- und (junge) Ringeltauben bunt gemischt.

Schwanzmeisenbrutpaar bei der Fütterung

Die Fotos von mehreren Tagen aus dem Mai (Die Brut wurde nicht gestört, ich war zudem getarnt) zeigen ein nominotypisches Männchen (Typ EE), welches seine sehr helle Partnerin (Hybrid bzw. Typ CE) füttert. Ähnlich wie wir Menschen, machen sich auch die Schwanzmeisen dabei Gedanken um die Dämmung ihrer Unterkunft

Es ist bekannt, dass das Kugelnest der Schwanzmeisen von außen mit Flechten, Moosen, Spinnweben und Grashalmen gebaut und innen dann vor allem mit Federn isolierend ausgepolstert wird. In einer Studie von Forschern der University of Sheffield aus dem Jahr 2004, die in Functional Ecology erschienen ist, ging man der Frage nach, wie, warum, unter welchen Bedingungen das Nest gebaut und gepolstert wird und mit welchem Effekt das geschieht, da ganze 41% der Nestmasse den Federn zuteil werden.

Man hat festgestellt, dass der Federanteil im Laufe der Zeit abnimmt und zwar passend zur Zunahme der Umgebungstemperatur. Auch nach einem Experiment, bei dem man Nester zusätzlich mit Federn ausgestattet hat, konnte man feststellen, dass die Gesamtmasse an Federn sich im Vergleich zu Kontrollnestern angeglichen hat. Man kann daraus schlussfolgern, dass der Innenausbau mit Federn weniger von der Verfügbarkeit, der Zeit oder dem Zufall gesteuert wird, sondern einzig von der Umgebungstemperatur. Je wärmer es ist, desto weniger Federn werden als Isolationsmasse eingebracht und bei Kälte dann umso mehr.

Helfen lohnt sich

Die Fotos aus dem April zeigen ein Schwanzmeisenpaar, welches ein Nest in Flussufernähe gebaut hat. Während das Männchen nominotypische morphologische Merkmale der mitteleuropäischen Unterart zeigt, zeigte sich das Weibchen fast schon ganz weißköpfig, gehört aber wahrscheinlich (wenn kein Hybrid aus beiden Unterarten) auch zur mitteleuropäischen Unterart der Morphe Typ CE.

Sehr bekannt und in meinem Blog schon mehrfach erwähnt, ist die Tatsache, dass nichtbrütende adulte Schwanzmeisen, die in verwandtschaftlicher Beziehung (oft zum Männchen) eines Brutpaares stehen, ein brütendes Paar bei der Jungenaufzucht unterstützen. In einer Studie, die 2003 im Journal of Animal Ecology erschienen ist und von Forschern der University of Sheffield durchgeführt wurde, ging man der Frage nach, wie genau sich dieses Verhalten auf die Helfer als auch die Brut auswirkt.

Wenig überraschend hatte der Nachwuchs aus Helfer-Bruten eine deutlich höhere Überlebensrate als der Nachwuchs aus Nicht-Helfer-Bruten. Noch interessanter ist aber die Tatsache, dass auch die jährliche Überlebensrate der adulten Helfer selbst signifikant stieg und zwar von den üblichen 46% auf 56%! Allerdings nimmt mit der Helfer-Rolle die Wahrscheinlichkeit einer eigenen erfolgreichen Brut im Folgejahr auf 27% ab, wenn man das mit dem Wert von nicht helfenden Nicht-Brütern (38%) vergleicht. Trotzdem überwiegen auch die Selektionsvorteile für die Helfer: Zum einen helfen sie dabei, dass auch Teile ihrer Gene weitergegeben werden, da sie in verwandtschaftlicher Beziehung zum Brutpaar stehen, zum anderen erhöht sich durch die Vergesellschaftung ihre eigene Überlebensrate.

Gänsesäger-Familie schippert auf der Saale herum

In der dritten Junidekade hatte ich das Glück und die Freude eine Gänsesägerfamilie auf der Saale fotografieren zu können. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um die Brut von der Schwarza, die aus 8 Küken bestand, von denen es ganze 6 ins Jugendalter geschafft haben. Bei einem laut dem letzten Thüringer Brutvogelatlas Brutbestand von 3 Paaren für Thüringen eine echte Besonderheit. Während die Art auf der Roten Liste der Bundesrepublik als gefährdet (3) geführt wird , gilt sie in Thüringen als extrem selten (R).

Gänsesäger sind Höhlenbrüter und brüten bevorzugt in Baumhöhlen – eine tolle Vorstellung bei so großen Wasservögeln! Die Baumhöhlen für die 8-12 Eier müssen natürlich groß genug sein und sind entsprechend nur in alten und großen Bäumen zu finden. Aufgrund des Mangels an alten Baumbeständen in der Uferbesäumung gibt es weniger Gänsesäger als die Habitate ansonsten hergeben würden. Deshalb wird mitunter mit entsprechend großen Nistkästen nachgeholfen.