Wie klingt das: Etwas, was über 60 Vogelarten vor allem zur spärlichen Winterzeit Nahrung bietet, was Insekten und einer spezialisierten Wildbiene Pollen und Nektar bis in den November bietet und dabei heimisch ist? Wir reden hierbei vom Efeu (Hedera helix)! Den schlechten Ruf als „Unkraut“ hat sich diese tolle Pflanze jedenfalls nicht verdient.
Klar: Efeu ist giftig, das ist ja bekannt; allerdings sind viele gezüchtete und importierte Zierpflanzen sogar wesentlich giftiger. Was ins Reich der Mythen gehört, ist die Behauptung, dass Efeu parasitisch an Bäumen lebt und diese aussaugen würde. Augen auf, Leute: Efeu wurzelt selbst im Boden und hat daher überhaupt keinen Bedarf an fremden Nährstoffen und Wasser. Lediglich kleinere Gehölze können durch die Beschattung und den Zuwachs in Bedrängnis kommen.
Auch der Mensch kann neben dem schönen Anblick noch vom Efeu profitieren: Aus den Blättern lässt sich ein natürliches Waschmittel herstellen; ähnlich wie bei Rosskastanien und es funktioniert. Entweder klein geschnittene Blätter in einem Wäschenetz mit in die Wäsche geben oder vorher in kochendem Wasser ziehen lassen, regelmäßig durchschütteln und als Waschmittel in die Waschmaschine geben. Auch als Fassadenbegrünung ist Efeu als Bio-Dämmmaterial und sommerliche Klimaanlage eine Super-Pflanze.
Gibt’s sonst eigentlich etwas, was gegen den Efeu spricht? Man hört oft als Argument, er würde ja erst nach 7 Jahren blühen und Beeren tragen. Ja stimmt, und? Wenn das ein gutes Argument gegen Efeu bzw. Pflanzen allgemein oder Projekte ist, dürfte man auch keine (Obst)bäume pflanzen oder seine Kinder eine Ausbildung machen lassen, für die Rente vorsorgen sowie langfristige Projekte anfangen Es war schon immer so: Gut Ding will Weile haben! Immerhin ist Efeu dafür recht unverwüstlich und kommt auch mit schwierigen Wuchsbedingungen zurecht. Gerade die bodendeckenden Triebe und Blätter kommen auch da vor, wo es vielen Pflanzen bereits zu schattig ist.