Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen genießen

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen der Nachmittagssonne im Februar hat sich dieses Waldkauzpärchen aufs Gefieder fallen lassen. Der Waldkauz gehört mit einer Größe von 40-42cm nach dem Uhu (am größten) und dem nur im Bayerischen Wald vorkommenden Habichtskauz (zweitgrößte), in Deutschland als Nummer 3 zu den größten Eulen.

Da wir schon beim Erscheinungsbild sind: Der Waldkauz kommt in verschiedenen Farbmorphen vor, die eher gräulich, graubraun oder rostbraun sein können. Der jeweilige Farbtyp ist dabei genetisch festgelegt und hat nichts mit Alter oder Geschlecht zu tun. Bei der Vererbung dominieren die beiden bräunlichen über die gräuliche Variante und bei Verpaarungen von Individuen unterschiedlicher Farbmorphe zeigt sich der Nachweis in verschiedenen Übergängen der beiden elterlichen Morphen.

Interessant ist, dass diese Farbmorphen über Europa nicht homogen verteilt sind. In Mitteleuropa überwiegen braune Morphen (57% braun, 31% rot, 11% grau), in Westeuropa dagegen rötliche (70% rot, 30% grau). Im Norden und Nordosten Europas dominieren dagegen deutlich die gräulichen Typen. Das eigentlich interessante aber ist, dass Studien ergeben haben, dass die Morphe Einfluss auf Stoffwechsel, Temperaturtoleranz, Lebenserwartung, und Reproduktionsleistung hat!

Die rostbraunen Morphen haben einen intensiveren Stoffwechsel mit hohem Energieverbrauch. Die Vorteile: stärkeres Immunsystem, mehr Mauser und damit intakteres Gefieder, hohe Wärmetoleranz, flexiblere Jagdstrategien, hohe Reproduktionsraten. Das hat selbstredend einen Preis: diese Population altert auch wesentlich schneller.

Die grauen Morphen gelten dafür als kältetoleranter und langlebiger, weisen ein deutlich dichteres Gefieder und langsameren Stoffwechsel auf. In Mangeljahren verzichten sie auf eine Brut.

Langzeitbeobachtungen haben ergeben, dass in Litauen seit den 80ern die grauen Morphen zu Gunsten der graubraunen signifikant abgenommen haben. Das wird interpretiert als eine Anpassung an durch den Klimawandel veränderte Umweltbedingung. Konkret heißt das, dass es 1985-1994 noch noch einen Anteil der grauen Morphe von ca. 55% und der graubraunen von knapp 30% gab. Im Zeitraum 2005-2014 hat sich das Blatt gedreht: Graue Morphen machen nur noch ca. 25% aus, die graubraunen dagegen ca. 65%.

Der Bunte bei der Nahrungssuche

Voll konzentriert bei der Nahrungssuche war dieser männliche Buntspecht; das zweite Foto zeigt wie er mit der Zunge etwas unter der weggehackten Rinde aufschleckert. Aufgrund dieser Art des Nahrungserwerbs bezeichnet zählt man ihn zu den Hackspechten – wie auch den Schwarzspecht, Weißrückenspecht, Blutspecht.

Diese Spechte sammeln bis auf den Schwarzspecht ihre Nahrung im Gegensatz zu den Erdspechten (Grau- und Grünspecht) nicht im Kropf, sondern im Schnabel. Im Gegensatz zu den erwähnten Erdspechten sind die Hackspechte auch weniger auf Ameisen spezialisiert und suchen durch das Aufhacken der Borke nach fetten Insektenlarven. So kann man dann den Buntspecht öfter mit vollgepackten Schnabel in hoher Frequenz zurück zur Bruthöhle fliegen sehen.