Die unangenehmen Seiten des Sommers (u.a. Hitze) zwingen einen dazu permanent, vor allem des Nachts, zu lüften. Das führt uns zu den angenehmen Seiten: Es passiert nicht selten, dass man dabei interessanten tierischen Besuch bekommt, auch wenn dieser in diesem Fall wie eine Pflanze klingt: Totes Blatt (Drepanepteryx phalaenoides). Die Art gehört zur Ordnung der Netzflügler, deren bekannteste Vertreter die (oft grünlichen) Florfliegen sein dürften.
Warum sich die Art im Laufe der Evolution so angepasst hat, dürfte selbsterklärend sein: Als Insekt wird man wahrscheinlich weniger oft verspeist, wenn man wie ein welkes Blatt aussieht, als ein nahrhafter Proteinhappen. Diese Imitation lebloser Umgebung bezeichnet man dabei als Mimese. Der Begriff ist sicher etwas weniger geläufig und bekannt als die Mimikry; letzterer bezeichnet aber die Nachahmung, ob im Verhalten oder Erscheinungsbild, einer anderen Art – bspw. die Warnfarbe einer Wespe. Bei der Mimese geht es allerdings um ein Verschmelzen mit der Umgebung durch Tarnung oder Imitation eines typischen Objekts der Umwelt. Wie eben ein altes, totes Blatt