Krabbelgetier im Juli

Aus einer etwas länger zurückliegenden Tour, im Juli in einer Heidelandschaft, stammen die heutigen Fotos.

1. Wer im Sommer abends die Augen auf hält und sich nicht in intensiv bewirtschafteter Landschaft aufhält, kennt das umherschwirrende Leuchten der Glühwürmchen. Die herumfliegenden Tiere sind dabei die Männchen, die Weibchen sitzen dagegen im Gras und locken mit ihrem kräftigeren Leuchten die Männchen an – so wie auf den Fotos. Das ganze basiert auf einer biochemischen Reaktion: im Körper der Glühwürmchen reagieren Luciferin und Luciferase mit Sauerstoff – man bezeichnet diesen Vorgang als Biolumineszenz. Glühwürmchen sind natürlich keine Würmer, sondern Käfer. In Deutschland beherbergen wir 3 Arten, das Weibchen auf den Fotos ist ein Großes Glühwürmchen bzw. korrekt Großer Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca).

2. Sozusagen eine kleine Version vom Maikäfer ist der Junikäfer oder auch Gerippter Brachkäfer (Amphimallon solstitiale). Amphimallon ochraceum sieht der Art sehr ähnlich, ist aber u.a. an den Flügeldecken nicht so stark bewimpert. Die Flugzeit der Käfer reicht in etwa von Ende Juni bis Juli.

3. Es gibt eine Menge Heuschrecken in Deutschland, deren Bestimmung oft nicht so einfach ist. Die hier fiel vor allem durch ihre Größe auf und dass sie uns mitten auf dem Weg sozusagen erwartete

Zum Glück haben wir sie mit erfasst, es ist ein Weibchen vom Warzenbeißer (Decticus verrucivorus), eine ehemals häufige Art, die aktuell in der Roten Liste Deutschlands als auch Thüringens als gefährdet (3) geführt wird. Den etwas merkwürdigen Namen hat die Art dadurch, dass sie bei Bedrohung nicht nur gut Zubeißen kann, sondern auch ätzende Verdauungssäfte aussondert. Früher dachte man, dass man damit Warzen loswerden kann – Das ist bislang weder belegt worden noch widerlegt. Aber es gibt sicher heutzutage angenehmere Methoden