Jugend voran

Am typischen Schlafplatz des Waldkauzpaares im Stadtwald sah es die Tage etwas anders aus: Eine Eule ist etwas unbeholfen vom Boden aufgeflogen, die andere oben war deutlich aufmerksamer und neugieriger als es die Alten für gewöhnlich sind. Dazu der plüschige Eindruck und alles voller vermauserter Federn, das dürften also die diesjährigen Waldkäuze sein, die bereits recht weit ins adulte Gefieder gemausert haben; letzte Sicherheit brachte ein Vergleich mit den Gefiedermerkmalen des Brutpaares.

Jährlich findet nur eine Brut statt, die ist aber wie bei vielen anderen Eulen zeitlich recht flexibel und oft von Witterung und Beuteangebot sowie der geographischen Lage abhängig. Meistens starten die Waldkäuze sehr früh und legen die ersten Eier im Februar, im langjährigen Durchschnitt jedoch eher Anfang März. Im Extremfall kann der Brutbeginn jedoch bereits im Winter erfolgen oder erst im Frühsommer.

Das Gelege kann theoretisch aus 1-8 Eiern bestehen, die Regel sind jedoch 2-4 weiße Eier, die im Abstand von 2-3 Tagen gelegt und meist ab dem 2. oder 3. Ei bebrütet werden. Interessant ist wie gut das Waldkauz-Weibchen dazu in der Lage ist sich auf die Beuteversorgung einzustellen: Je nachdem wieviel Beute das Männchen zur Balz und am Beginn der Paarungszeit liefert, passt die künftige Eulenmama die Gelegegröße daran an. So zeigte eine Studie aus Finnland auch eine eindeutige Korrelation zwischen der Wühlmausdichte (gezählt durch Fallenfänge) und der folgenden Gelegegröße, wobei sich die Anzahl der Eier direkt proportional zur Wühlmaus-Dichte verhält.