Heute gibt’s mal wieder eine etwas buntere Mischung aus Insekten der letzten Zeit; ohne große Vorworte kommen wir gleich zu den spannenden Arten:
1. Ein häufiger Sommerfalter aus der Familie der Spanner (Geometridae), der auch gut zu bestimmen ist, ist der mit dem langen Namen Braunbinden-Wellenstriemenspanner (Scotopteryx chenopodiata). Die Art kommt weit verbreitet und flächendeckend vor und besiedelt sowohl Wiesen als auch Waldränder. Als Nahrungspflanze der Raupen dienen verschiedene Wicken, Platterbsen und Ginster.
2. Es gibt unter den Graszünslern eine Menge wirklich prächtiger Schönheiten; der hier gezeigte Catoptria falsella gehört mit dazu. Die Falter fliegen in einer Generation von Mai bis in den Oktober und deren Raupen fressen nicht an Gräsern, sondern Moosen. Diese kommen sogar auf den Belegen von Dächern oder Mauern vor, weshalb diese recht robuste und anpassungsfähige Art auch weit verbreitet ist.
3. Skorpionsfliegen gehören wie Libellen und Schmetterlinge zu meinen Lieblingsinsekten – hier sehen wir ein Weibchen der Deutschen Skorpionsfliege (Panorpa germanica). Das typische seitlich liegende Y-Muster der Flügel ist bei diesem Individuum so gut wie gar nicht ausgeprägt, zur Bestimmung führten dann die Verteilung und Größe der anderen Flecken. Diese Form von Variabilität ist unter Skorpionsfliegen allerdings normal und verbreitet. Diese kleinen scheuen Tierchen ernähren sich hauptsächlich von (Insekten)aas, heruntergefallenen Früchten, Nektar und Honigtau von Blattläusen.
4. Der Heu-Zwergspanner (Idaea inquinata) trägt seinen Namen, da seine Raupen tatsächlich vertrocknete Pflanzenteile wie Heu fressen. Problematisch ist das aber nur, wenn es sich um getrocknete Teeblätter handelt oder aber das eigene Herbarium aufgefressen wird! Das wurde tatsächlich schon beobachtet. Allerdings kommt die Art nirgendwo wirklich häufig vor und steht mitunter auch in den Roten Listen.
5. Dieser schöne und auffällige Bockkäfer konnte nicht weitergehen ohne wenigstens ein paar Fotos dazulassen. Der Hornissenbock (Plagionotus detritus) steht in Thüringen aktuell auf der Roten Liste als gefährdet (3), deutschlandweit auf der Vorwarnliste. Die Art ist eher wärmelieben und – bislang – eher selten in Mitteleuropa. Die Larven fressen gerne in toten oder kranken Bäumen am Holz, am liebsten der Eiche, daher auch der zweite Trivialname Bunter Eichen-Widderbock.
6. Dieser auf den ersten Blick etwas unscheinbare Spanner ist flächendeckend, aber nicht überall häufig verbreitet, es ist der Randfleck-Kleinspanner (Scopula marginepunctata). In Deutschland gilt die Art als ungefährdet, hier in Thüringen steht sie in er Roten Liste als gefährdet (3). Wichtig für die Art sind sonnige, krautreiche Flächen mit Beständen an Beifuß, Thymian oder Dost.
7. Ein schöner Besucher am Köder war die Vielzahn-Johanniskrauteule (Actinotia polyodon), die passend zum Namen auf das Vorhandensein von Tüpfel-Johanniskraut angewiesen ist. Aufpassen sollte man bei der Bestimmung, da die Trockenrasen-Johanniskrauteule (Actinotia radiose) ihr sehr ähnlich sieht. In zwei Generationen fliegen die Falter von April/Mai bis August/September.
8. Der Zweifarbige Waldrebenspanner (Horisme vitalbata) ist ein hübscher Vertreter der Spanner, dessen Raupen sich von Waldreben-Arten ernähren. Als Lebensräume dienen Waldränder und Gebüsche, aber auch Siedlungs- und Gartenbereiche. In Deutschland ist die Art recht lückig verbreitet.