Die Raupe der Schafgarben-Silbereule

Bei einer schönen Tour in der überraschend warmen Novembersonne heute haben sich nicht nur Gemeine und Große Heidelibellen und noch hier verbleibende Zugvögel gezeigt sowie außergewöhnlich spät blühende Pflanzen, sondern auch eine besondere Raupe, an der ich glatt vorbeigelaufen wäre, wenn meine Begleitung sie nicht entdeckt hätte: Es ist die ausgewachsene Raupe der Schafgarben-Silbereule (Macdunnoughia confusa).

Das Besondere an dieser Art ist, dass sie in Deutschland einst nur ein von Süden einfliegender Wanderfalter war, dessen Raupen den Winter nicht überstanden haben. Mittlerweile gibt es viele bodenständigen Populationen in Deutschland, besonders in tieferen und milderen Lagen, in denen die überwinternden Raupen die klimawandelbedingten wärmeren Winter überstehen – Damit kann die überwinternde Generation im folgenden Frühjahr den Reproduktionszyklus von Neuem beginnen. In jedem Fall fliegen aber weiterhin Imagines aus dem Süden ein und verstärken damit die hiesigen Populationen. In Thüringen wird die Art bislang noch nicht sehr oft gemeldet.

Die Raupen ernähren sich nicht nur von der namensgebenden Schafgarbe, sondern auch von anderen Ruderal- und Krautpflanzen wie Feld-Beifuß, Purpurroter Taubnessel oder verschiedenen Korbblütlern wie dem Fuchsschem Greiskraut.