Unscheinbar und oft übersehen ist der Grauschnäpper, ein Vertreter aus der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae), zu der auch Arten wie das Rotkehlchen, Schwarzkehlchen und Hausrotschwanz gehören.
Der Grauschnäpper ist dabei nicht nur rein monoton grau, sondern zeigt an den Flügeln bräunliche Töne; markant sind vor allem die auf hellem Grund kontrastierenden Strichel auf Kopf und Brust, die ihm sein unverwechselbares Aussehen verleihen sowie ein für diese Familie recht kräftiger, dunkler Schnabel.
Aufgrund der Strukturarmut unserer Wälder und moderner Gärten, hat die Art die letzten Jahrzehnte deutlich abgenommen. Der bevorzugte Lebensraum sind die eher ursprünglichen, lichtdurchfluteten Hute- und Laubwälder, Auwälder oder Waldränder. So findet man die Art heute nur in den seltenen strukturreichen Wäldern, oft auch nur am Waldrand, in manchen Parkanlagen, verwilderten Gärten, oder an Schneisen, die durch Wälder führen wie bspw. Stromtrassen.
Sehr selten ist der Grauschnäpper mit einem Brutbestand von 175.000-260.000 Paaren aber nun auch nicht. Aufgrund seiner Lebensweise hoch in Baumkronen sowie seiner unscheinbaren Rufe und Gesänge wird die Art jedoch auch oft von Ornithologen übersehen und überhört.