Als Kugel die Balance halten

Ende Januar saß die kugelige Wasseramsel auf einem Ast über der Saale, den sie als Ansitzwarte genutzt hat. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die ersten beim Gesang zu hören – kein Wunder, die „Wamsel“ gehört mit zu den ersten unserer Vögel, die mit der Brut beginnen. Es kann bereits im Verlauf des Februars zur Eiablage kommen.

Aber zurück zum Gesang und zur Balz: Natürlich passt sich jede Art mit der Form ihres Gesanges und der verwendeten Frequenzen an ihren Lebensraum an und bei der „Wamsel“ fällt der schwätzende Gesang immer wieder mit einzelnen durchdringenden Lauten auf. An strömungsstarken und viel Wasser führenden Gebirgsbächen, kann das Wasser jedoch auch den Gesang stark verschlucken. Wie hilft man sich dann als Wasseramsel-Männchen weiter?

Nun, nicht nur jedem Vogelbeobachter, sondern auch Wissenschaftlern ist schon seit langem aufgefallen, dass die leuchtend weißen Augenlider auch aus größerer Entfernung gut zu erkennen sind. Man kennt sowas von der weißen Kehle des Uhus oder weißen Unterflügel von Offenlandarten wie der Sumpfohreule – All dies dient der Signalwirkung. In einer 2025 in Current Biology erschienen Studie konnten nun einige Forscher beweisen, dass das Klimpern von den weißen Augenlidern ganz bewusst als Kommunikationsmittel gegen Revierkonkurrenten, also anderen Männchen, eingesetzt wird. Und zwar steigert sich die Frequenz des Blinkens signifikant gegenüber dem Normallevel, wenn zwei Bedingungen aufeinandertreffen: besonders lautes Wasserrauschen + das Auftauchen eines potenziellen Rivalen.

Interessant war auch wie dynamisch die Wasseramseln ihr Verhalten angepasst haben: Sie versuchen für gewöhnlich laute Wassergeräusche mit noch lauterem Gesang zu übertönen wie man es bspw. von Stadt-Amseln im Straßenverkehr kennt. Wenn allerdings ein Rivale auftaucht und der Gesang sich nur schwer durch den Lärm durchsetzen kann, reduzieren sie die Energie, die sie zuvor ins Singen gesteckt haben und greifen dafür lieber zum Mittel des Blinkens mit den weißen Augenlidern zurück.

Gänsesäger-Erpel schippert über die Saale

Ende April konnte ich diesen Gänsesäger-Erpel beim Schippern auf der Saale ablichten. Seine Partnerin war nicht weit weg, aber da habe ich den Fokus nicht getroffen – vielleicht war der Wellengang zu hoch

Die Erpel sind wie bei Entenvögeln typisch, größer als die Weibchen – also genau anders als bei Eulen, Falken und Greifvögeln. Sie erreichen eine Bandbreite beim Gewicht reicht von 900-2.000g, eine Flügelspannweite von 78-94cm und die Körperlänge entsprechend variiert entsprechend von 58-68cm.

Gänsesäger sind mit 3 Unterarten holoarktisch verbreitet, also quasi in einem breiten Gürtel von Süd- bis Nordeuropa aus, der weiter nach Sibirien und Indien reicht und über den Pazifik den Nordamerikanischen Kontinent von Kanada bis Nordmexiko umfasst.