Ob schimpfende Flüche, Krämpfe in den Armen oder SD-Karten voller unscharfer Fotos oder Fotos nur von der Rückansicht des Vogels – das alles sind typische Symptome beim Versuch die Goldhähnchen abzulichten Hier hat sich ein Wintergoldhähnchen Ende Januar aber doch – zumindest relativ – kooperativ gezeigt und war sehr lange in einem kahlen Baum unterwegs.
Das Wintergoldhähnchen gehört definitiv mit zu den Arten, deren Vorkommen auch von Ornis massiv unterschätzt wird; zumal sie ebenso zu den wenigen Arten gehören, die von der bisherigen Anlage von Fichten-Plantagen (Wälder sind das ja wirklich nicht) profitiert haben. Mit einer Zahl von 0,75-1,1Mio Brutpaaren bei abnehmender Tendenz (Fichtensterben, Waldumbau), ist die Art als häufig einzustufen und verpasst die Top20 heimischer Brutvögel nur knapp.
Hilfreich ist, wenn man sich mit den Rufen und Gesängen von Sommer- und Wintergoldhähnchen auseinandergesetzt hat, aber vor allem draußen in der Natur dafür sensibilisiert ist. Das feine piepsen, was vor allem als Kontaktlaut im Winter oft zu hören ist, ist nicht nur sehr leise, sondern auch sehr hochfrequent und bereitet vor allem älteren Ornithologen, auf Grund der natürlichen Abnahme des Hörsinns bei sehr hohen Frequenzen, Probleme. Der Gesang, der vor allem im Sommerhalbjahr zu hören ist, ist ebenfalls sehr hochfrequent, aber mitunter für so ein einziges Vögelchen einigermaßen…naja „laut“. Es ist eine lustige Abfolge eines rhythmischen Piepsens; stelle man es sich visuell vor, dann wie mehrere Treppchen: düdüdi-düdüdi-düdüdi. Gerade der Gesang ist im auch im Vergleich zum Sommergoldhähnchen nicht zu verwechseln. Die Rufe sind schwieriger zu unterscheiden.