Aus der gleichen Ecke wie die Fotos vom letzten Beitrag mit dem Großen Feuerfalter, stammen die heutigen Falterfotos: in grober Nähe vom Neusiedler See, auf ungarischer See in einem feuchten, urigen Moorwald.
1) Der wuschelige und gar nicht so kleine Freund auf den ersten Bildern, ist die Raupe des Braunen Bären (Arctia caja) im letzten Larvalstadium L5. Der Vertreter aus der Unterfamilie Arctiinae ist ein wunderschön gezeichneter Nachtfalter, dem man seine Verwandtschaft mit dem ungleich bekannteren und häufigeren Russischen Bären deutlich ansehen kann. Mittlerweile findet man die Art nicht mehr so häufig, auch bei unseren systematischen Erfassungen in heimischen Gefilden mit Licht und Köder, hatten wir den erwachsenen Falter erst einmal. Als Futterpflanzen bevorzugen die Raupen verschiedene Labkraut-Arten wie Echtes Labkraut, Waldmeister usw.
2) Ein nicht so alltäglicher und unser Erstfund, war das Erlenmoor-Flechtenbärchen (Pelosia muscerda). Das dürfte vor allem dem Lebensraum geschuldet sein, denn die Art findet man nur in feuchten Wäldern und davon findet man zumindest in Deutschland leider nicht mehr so viele. Man macht es sich heutzutage immer recht bequem und schiebt es allein auf den Klimawandel, dabei wird vergessen, dass deutsche Wälder für die Fichtenplantagen u.a. mit Drainagerohren entwässert wurden; Moore und Feuchtwiesen mit Entwässerungsgraben ausgetrocknet, Auen durch Kanalisation trockengelegt und Bachläufe gekappt wurden. Auch eine tägliche Flächenversieglung von über 50ha vermindert bodenverfügbares Wasser.
3) Die Bilder erzählen eine kleine Geschichte: Frau Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) setzte sich auf den Hopfen-Schneckenklee – der bereits durch Raupen angefressen wurde – und legte ein Ei darauf ab! Auf dem zweiten Foto kann man das grünliche, halbkugeklförmige Ei dann rechts auf dem Blatt erkennen.
4) Es ist die abgebildete Unterseite, die diesem Tagfalter seinen Deutschen Trivalnamen verliehen hat: Das Landkärtchen (Araschnia levana), hier Ende Mai in der dunklen Sommergeneration. 2023 war das Landkärtchen Insekt des Jahres. Zur Fortpflanzung ist es zwingend auf das Vorhandensein von Brennnesseln angewiesen, diese sind seine wichtigste Nahrungspflanze.
5) Hier sind 2 Fotos von einem der Dickkopffalter (Hesperiidae), die es mir besonders angetan haben Zu sehen ist der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola) bei der Nektaraufnahme an Wilder Sumpfkresse. Bei den Braun-Dickkopffaltern kommt es bei der Bestimmung auf kleine Merkmale wie die Farbe der Fühlerkolbenspitzen an. Die Raupen leben an verschiedenen Gräsern und sind damit wichtige Botschafter dafür, welchen Schaden intensiven Mähen in Parks und Gärten anrichten kann.
6) Ein toller Vertreter der Kleinschmetterlinge, hier ein Zünsler (Pyralidae), ist der Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata). Da soll nochmal einer sagen, dass Nachtlfalter oder insbesondere Zünsler und Motten nicht auch toll aussehen! Die Eier werden vom Weibchen, durch Herunterbiegens des Hinterleibs unter die Wasseroberfläche, unter das jeweilige Blatt der Schwimmvegetation abgelegt. Als Nahrungspflanze dienen dabei nicht nur die namensgebenden Seerosen, sondern auch Wasser-Knöterich, Kleine Wasserlinse oder Schwimmendes Laichkraut.