Bekannt wie ein bunter Hund
Sobald es knallig bunt wird, gibt es auch bei Erwachsenen kein Halten mehr und anhand der Fotos in Vogelgruppe und Fotoseiten, könnte man fast meinen, der Bienenfresser wäre mit dem Eisvogel der häufigste Vogel in Deutschland
Diesen kleinen Seitenhieb mal beiseite lassend, haben wir uns natürlich auch gefreut, als wir in einer urigen ungarischen Landschaft unweit des Neusiedler Sees die Bienenfresser beobachten konnten. Der Name klingt nicht gerade schmeichelhaft, aber Großinsektenfresser wäre nun auch nicht besser…
Denn neben den namensgebenden Bienen und auch Wespen, bei denen geschickt der Stachel vorm Verzehr entfernt bzw. das Gift aus dem Hinterleib gedrückt wird, stehen u.a. noch Heuschrecken, Schmetterlinge und Libellen auf der Speisekarte.
Man sagt und man beobachtet es auch, dass sich die Art aufgrund des Klimawandels weiter gen Norden ausbreitet. Ganz so einfach ist die Rechnung nicht, denn ähnlich wie auch beim wärmeliebenden Wiedehopf, gehören dazu noch ökologische Faktoren wie das Vorhandensein von passenden Brutplätzen, eine nicht zu intensive Landbewirtschaftung und damit einhergehend auch nennenswerte Zahlen an großen Insekten.
Dazu eine Anekdote: Während ich in Deutschland Großlibellen oder die meisten Schmetterlinge einzeln abzähle und erfasse, hatten wir es dort mit Schwärmen bzw. regelrechten Wolken zu tun. Dasselbe bei Nachtfaltern im Scheinwerferlicht des Autos, Fliegen am Gewässer oder Bläulingen auf Wiesen – eine vollkommene andere Welt als in Mitteleuropa.
Wie und wo genau sich welche Arten zukünftig ausbreiten könnten, beruht oft auf rein mathematischen Modellen zu Wetterdaten und die Vorhersagen zu Artenverbreitungen lagen in Vergangenheit schon oft daneben. Halten wir also Augen und Ohren auf, wo der Bienenfresser auftauchen wird und wo nicht.