Bei einer Kartierrunde heute waren noch nebenbei für zwei Dinge Zeit: Kräuter zum Trocknen sammeln (Tee für den Winter) und ein paar ausgewählte Fotos besonderer Arten, die ich bislang noch nicht oft oder gar nicht vor der Linse hatte.
- Für jemanden wie mich, der ’89 geboren ist, ist so etwas immer befremdlich zu hören, diese oder jene Art ist (in alter Literatur) oder war mal (in aktueller Literatur) eine Allerweltspflanze. Das Shifting Baselines Syndrom lässt grüßen. Und damit sind wir schon beim Echten Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea), was man heute leider recht selten sieht. Zurecht sind daher alle Arten der Gattung gesetzlich besonders geschützt. Das Echte Tausendgüldenkraut ist dabei die Art der Gattung, die noch als relativ häufig gilt. Interessant ist die Zugehörigkeit zur Familie der Enziangewächse, was die Bitterkeit als auch die Verwendung für Kräuterliköre oder als Heilkraut erklärt. Das Echte Tausendgüldenkraut braucht viel Licht, benötigt magere Böden und mag es dabei aber nicht zu trocken – zu starke Sukzession als auch Nährstoffeintrag und Trockenlegung ehemaliger Feuchtgebiete gefährden die Bestände.
- Auf einer sandigen Rohbodenstelle waren diese leuchtenden, wunderschönen Nelken zu sehen – es handelt sich dabei um die gesetzlich besonders geschützte Raue Nelke (Dianthus armeria). Man findet sie auf mageren Halbtrockenrasen entlang von Saumstrukturen wie Sträuchern oder Wäldern. In Thüringen steht die Art in der Roten Liste als stark gefährdet, umso schöner ist der Wiederfund an dem Standort. Ein markantes Bestimmungsmerkmal stellen die weißen Punkte auf den Kronblättern dar.
- Bei den Gespinstmotten der Gattung Yponomeuta spec. verhält es sich für gewöhnlich so, dass einige Imagines überhaupt nicht auf Artebene anzusprechen sind, man braucht die Raupen an der jeweiligen spezialisierten Nahrungspflanze und bestimmt dann über die Nahrungspflanze. Aber natürlich gibt es wie überall Ausnahmen, so gibt es gleich 3 Arten, die sich am Gewöhnlichen Pfaffenhütchen entwickeln: Y. plumbella, Y. cagnagella, Y. irrorella. Glücklicherweise war die Natur so nett, genau bei den Arten dafür zu sorgen, dass es hier die Imagines sind, die sich leicht unterscheiden lassen! Hier haben wir Yponomeuta plumbella, unverwechselbar mit den dicken schwarzen Flecken auf den Flügeln.