Heute gibt’s wieder einen Schmetterlingsbeitrag mit Fotos aus einem vergangenen Urlaub, Ende Mai am Neusiedler See, bei einer Runde um eine der Lacken.
- Selten finde ich sie auch mal bei mir in der Gegend, in der Ecke um den Neusiedler See hatten wir sie quasi überall: Die Ackerwinden-Trauereule (Tyta luctuosa). Vom Namen her kann man sich tatsächlich einige Eigenschaften ableiten – das funktioniert aber nicht immer! Die Raupen leben ausschließlich an der Acker-Winde, die Art gehört zu den Eulenfaltern und das „Trauer“ steht bei Trivialnamen bekanntlich immer für ein dunkles äußeres Erscheinungsbild.
- Zu den eher noch häufigen Widderchen gehört das recht variable Beilfleck-Widderchen (Zygaena loti). So wie alle Widderchen und generell auch sehr viele Falter, vor allem Tagfalter, haben sie eine Vorliebe für lila Blumen – Hier eine Vogel-Wicke. Damit es überhaupt erst zum Falter kommt, müssen sich allerdings erst einmal die Raupen entwickeln – ein Aspekt, den viele Gärtner und vor allem Gärtnereien unter den Tisch fallen lassen, wenn sie ihren Kunden den größten Quatsch andrehen. Beim Beilfleck-Widderchen braucht es Hufeisenklee, Bunte Kronwicke oder Gewöhnlichen Hornklee als Futter für die Raupen.
- Einige Vertreter der Spanner ähneln auf dem ersten Blick schon dem Klischee der „graubraunen Motte“, wobei diese Familie eine unheimlich große Variationsbreite Zeichnungen und Farben aufweist. Und selbst bei den nicht so bunten Arten, lassen sich bei genauem Blick unheimlich viele filigrane und schöne Details erkennen, so wie hier bei der sehr variablen Art Marmorierter Kleinspanner (Scopula immorata). Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Kräutern, wobei Thymian und Echter Dost (=Oregano) eine besondere Rolle zu spielen scheinen.
- Dieser Dickkopffalter aus der schwierigen Pyrgus-Artengruppe fällt mit seinen kräftigen weißen „Zähnen“ auf den Hinterflügeloberseiten sowie den aus der Reihe tanzenden Kästchen im Postdiskalbereich der Vorderflügel auf. Es ist der Mehrbrütige Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus armoricanus), der tatsächlich mindestens zwei Generationen im ausbildet, je nach Lage und Witterung auch eine unvollständige dritte.
- Zu sehen an Bunter Kronwicke, Gewöhnlichem Natternkopf und Luzerne: Der Resedafalter (Pontia edusa). Bei der Art ist der wissenschaftliche Name wichtig, da es noch einen weiteren Resedafalter gibt, Pontia daplidice, der Süd- und Südwesteuropa sowie Nordafrika besiedelt.
- Einen schönen Namen hat das Silbereulchen (Deltote bankiana) abbekommen. Die Art ist eher lokal verbreitet und mag es nicht zu trocken, besiedelt gerne Feuchtwiesen, Ufer oder wechselfeuchte Wiesen sowie Waldlichtungen. Als Raupennahrung stehen verschiedene Gräser auf dem Speiseplan.
- Mit einem hübschen rötlichen Grundton ist der Violettrote Kleinspanner (Scopula rubiginata) ausgestattet. Sie sind auch in DE verbreitet, hier aber recht lückig. Als Habitat kommen trockene Magerwiesen, Ödland, Heiden u.ä. Biotope in Betracht. Wie auch bei anderen Scopula-Arten, leben die Raupen an verschiedenen Kräutern; eine Präferenz wurde für Thymian, Besenheide, Wiesen-Sauerampfer und Gewöhnlichen Beifuß festgestellt.
- Die Weiße Winden-Federmotte (Pterophorus pentadactyla) gehört mit zu den größten Vertretern ihrer Familie, die der Federmotten. Immer wieder faszinierend anzusehen sind die filigranen Federstrukturen der mehrteiligen Flügel. Für Deutschland sind ungefähr 70 Arten aus der Familie der Federmotten dokumentiert, deren Bestimmung mitunter sehr schwierig sein kann, wenn es bspw. bei einigen Arten auf Zeichnungsdetails der Federspitzen ankommt.