Falter im Feuchtgebiet

Auf feuchten Bergwiesen in den Auen eines Baches, haben sich am Sonntag im Thüringer Schiefergebirge einige schöne Arten finden lassen. Von 3 der 120 erfassten Arten, zeige ich einige Fotos im heutigen Beitrag.

  1. Nicht unbedingt wie im Lehrbuch haben sich hier die Grünwidderchen gezeigt. Foto 1 zeigt ein stark abgeflogenes Männchen, das 2. Foto ein etwas abgeflogenes Weibchen, was im Licht eher blau als grün schimmerte. Die Bestimmung von Grünwidderchen ist so eine Sache…erst einmal zur Gattung: Adscita spec. zeigen dicke Fühlerspitzen, Jordanita spec. dagegen spitze Fühlerenden. Ohne Genitaluntersuchung geht es an der Stelle theoretisch nicht weiter, aber vom Vorkommensgebiet bleibt nur eine Art übrig, das ist das Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices).
  2. Immer ein schönes Erlebnis im Thüringer Schiefergebirge sind die Begegnungen mit dem attraktiven Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae) – das Männchen mit leuchtend orangen Innenseiten, das Weibchen mit Punkten und Braunanteilen. Die Art lebt am Großem und Kleinem Sauerampfer und besiedelt magere, kalkarme Flächen in Mittelgebirgslagen, wo sie viele Blüten besucht. Hier waren es Gewöhnliche Schafgarbe und Rainfarn. Apropos Rainfarn: Beim letzten Foto hat sich unten rechts ein Gast aufs Bild geschlichen: Aller Wahrscheinlichkeit nach ein Weibchen der Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus). Sie bevorzugen Pollen von Korbblütlern und am liebsten tatsächlich vom Rainfarn. Allein eine einzige Staude an Rainfarn ist damit schon ein besseres Insektenhotel als der Quatsch, der einem in Baumarkt und co angedreht wird.
  3. Ein Kokon bzw. genauer gesagt, die eine leere Hülle davon, eine Exuvie also. Wer ist denn da geschlüpft? Auf den ersten Blick war klar, dass es sich um ein Widderchen handelt. Es wirkt kürzer als das übliche vom Sechsfleck-Widderchen, aber vor allem hingen die beiden gefunden Exuvien an Binsen auf einer moorigen Feuchtwiese, umgeben von großen Beständen Sumpf-Hornklee. Und damit sind wir beim Urheber: Hier sind die seltenen Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifoli) geschlüpft. Die Art steht in Thüringen auf der Roten Liste als 1 – vom Aussterben bedroht. Die Ursachen dürften niemanden überraschen: Trockenlegung von Feuchtgebieten, Umwandlung von wertvollem Feuchtgrünland in Intensiv-Landwirtschaftsflächen als auch Eutrophierung (Nährstoffeintrag).