Besondere Falter im Thüringer Schiefergebirge

Die Tage war ich im Thüringer Schiefergebirge unterwegs und es schön zu sehen, dass es doch noch intakte Feuchtwiesen, Bergbäche und feuchte Schluchtwälder gibt. Dementsprechend gab es einige schöne Arten zu beobachten, von denen ich einen kleinen Teil anhand meiner Fotos vorstelle.

  1. Der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) gehört mit dem Kleinen Feuerfalter zu den eher – relativ – häufigen Vertretern aus er Unterfamilie der Feuerfalter (Lycaeninae). Man findet ihn nicht nur auf den für Feuerfalter typischen Feuchtwiesen, sondern auch an trockeneren Standorten. Wichtig ist das Vorhandensein seiner Nahrungspflanzen: Kleiner und Großer Sauerampfer. Das Foto zeigt ein männliches Individuum ruhend auf Wirbeldost.
  2. Wem entlockt dieser Anblick nicht ein verzaubertes „Ahhh“? ;D Das Männchen vom Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae) leuchtet einem quasi direkt im Flug entgegen, das Weibchen zeigt innenseitig viele Braun-Anteile. Auch diese Art lebt wie bspw. der Braune Feuerfalter an Großem und Kleinem Sauerampfer, ist aber ökologisch spezialisierter. Als Biotop bevorzugt der Dukaten-Feuerfalter magere, kalkarme Flächen in Mittelgebirgslagen, wo sie viele Blüten besuchen. Hier waren es u.a. Acker-Kratzdistel und Arznei-Thymian.
  3. Bei dem Großen Perlmuttfalter (Speyeria aglaja) habe ich der Dame auf den ersten beiden Bildern den Vortritt gelassen, bis sich zwei Männchen jeweils im Anschluss zeigen. Die Weibchen waren deutlich größer und besonders imposant fand ich die deutlich kontrastreichere, leicht schillernde Zeichnung der Oberseite; am schönsten lassen sich Perlmuttfalter jedoch durch die Flügelunterseiten bestimmen. Die Raupen fressen wie die meisten Perlmuttfalter an verschiedenen Veilchen, wichtig ist der Lebensraum: strukturreiche Lichtwälder, Bergwiesen oder Moore. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Art im Laufe der Zeit stark abgenommen hat. Die Nektarpflanze auf den Fotos ist die Perücken-Flockenblume, die in Deutschland sehr lückig und lokal verbreitet ist.
    Nachtrag: Auf Bild 3 hat sich ein Feuriger Perlmuttfalter (Fabriciana adippe) eingeschlichen!
  4. Ihn habe ich mehrmals gesucht und nur manchmal gefunden, den Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino). Der Name ist Programm: die Art ist hauptsächlich auf das Echte Mädesüß als Nahrungspflanze spezialisiert und damit ergibt sich auch der Lebensraumanspruch an Feuchtwiesen, feuchte Waldwiesen an Bächen usw. Das heißt aber noch nicht, dass man ihn gleich dort findet und wenn, dann meist eher vereinzelt. Man sollte auch potenzielle Nektarpflanzen im Auge behalten, die wie bei vielen Schmetterlingen, am besten violett sind: Wiesen-Witwenblume, Tauben-Skabiose, verschiedene Disteln, verschiedene Flockenblumen, Dost, Thymian usw. Auf meinen Fotos sitzt er auf der Wiesen-Witwenblume und Arznei-Thymian.
  5. Nur sehr lückig und lokal in Deutschland verbreitet, ist die Perücken Flockenblume (Centaurea pseudophrygia), die nach der Roten Liste Deutschlands als gefährdet gilt. Als Standort bevorzugt die Art feuchte Bergwiesen und Silikatmagerrasen, auch kalkfreie Waldsäume, solange es nicht zu trocken ist.

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