Aus dem gleichen Gebiet wie die Beiträge über Flora & Landschaft, Orchideen im Waldmeister-Buchenwald, Schwanzmeisen-Nachwuchs und dem quitschenden Girlitz, stammen die folgenden Fotos. 28 Falter-Arten haben wir an dem Tag kartiert, wovon ich eine kleine Auswahl hier vorstelle + eines Bockkäfers, der sich am Ende der Runde noch gezeigt hat.
1. Einer unserer schönsten Vertreter der Dickkopffalter (Hesperiidae), ist der Gelbwürfelige Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon). Die Art mag weder tiefe geschlossene Wälder, noch vollkommen offene Biotope, sondern eher Waldsäume und die mittlerweile selten gewordenen Lichtwälder – also strukturreiche, offene und lichtdurchflutete Wälder mit reich differenzierter Strauch- und Krautschicht.
2. Federmotten (Pterophoridae) werden aufgrund des ähnlichen Namens immer wieder mit Federgeistchen (Alucitidae) verwechselt – dabei ist das eine gänzlich andere Familie, deren Vertreter auch ganz anders gebaut sind. Es gibt in Deutschland bzw. Mitteleuropa mehr Federmotten-Arten als man gemeinhin annehmen könnte – nämlich 70-80 Arten! Deren Bestimmung ist mitunter extrem kniffelig. Wichtig sind detailreiche Makrofotos, bestimmungsrelevant sind die Anordnung der Dornen an den Beinen, die Relation von Fleckenmustern auf den Flügeloberseiten, die Größe des Falters sowie die Form und Größe von Flecken der herausragenden Federn am Ende der Flügel. Die Art ist anhand der Kombination von morphologischen Merkmalen, Verbreitung und Lebensraumtyp samt Raupen-Futterpflanzen, höchstwahrscheinlich die Habichtskraut-Federmotte (Hellinsia didactylites).
3. Der Marmorierte Kleinspanner (Scopula immorata) ist ein hübscher und gut zu bestimmender Vertreter aus der weiten Familie der Spanner (Geometridae). Als Lebensraum bevorzugt die Art trockene und blütenreiche Magerrasen.
4. Immer wieder schön und lustig anzusehen sind Vertreter der Langhornmotten (Adelidae). Das hier ist Nematopogon swammerdamella, mit dem wenig etablierten Trivialnamen Gelber Langfühler. Aus der Gattung ist das der häufigsten und größte Vertreter, unterscheiden lassen sich deren Vertreter anhand des Musters der Flügel, der (Nicht)ringelung der Fühler sowie der Flugzeit und Größe.
5. Noch eine Langhornmotte (Adelidae), hat sich hier auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) gezeigt: Es ist die Skabiosen-Langhornmotte (Nemophora metallica). Das Art-Epitheton „metallica“ trifft es gut, denn die Flügeloberseiten leuchtend wunderschön metallisch-glänzend.
6. Ein schöner Käfer hat sich hier gezeigt, der Variable Stubbenbock (Stenocorus meridianus). Käfer im Allgemeinen können sehr leicht oder sogar absolut unmöglich genau zu bestimmen sein. Viel wichtiger als der farbliche Gesamteindruck, sind oft strukturelle Merkmale wie bspw. verschiedene Dicken der Fühlerglieder, Formen von Halsschilden oder Färbungen an den Schenkeln. Den Beinamen „Variabler“ trägt er zurecht, denn die Art kann in der Färbung gehörig variieren!