Falter-Ausbeute vom heißen Samstag auf Muschelkalk

Samstag war ich in heimischen Gefilden bei Mager-Trockenrasen auf Kalk unterwegs sowie am anliegenden hügeligen lichten Wäldchen. Vor Ort gab es nicht nur drückende Sommerhitze, sondern auch einige nette Falterbeobachtungen, von denen ich euch einen Teil hier im Beitrag vorstelle.

1. In der Gegend unverwechselbar und ein wirklich schöner Fund, ist das Esparsetten- bzw. Krainer-Widderchen (Zygaena carniolica) – auf dem zweiten Foto bei der Paarung zu sehen. In Deutschland stehen sie auf der Roten Liste als vorgewarnt.

2. Außergewöhnlich lang hing ich doch bei der Bestimmung vom häufigen und eigentlich einfach zu erkennenden Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus). Das Individuum war schon etwas abgeflogen und hatte dickere Dots als gewöhnlich, da ich es noch in der Hand hatte, hat sich gezeigt, dass es ein Weibchen ist (dicke, dunkle Flügel-Oberseitenränder).

3. Der Klassiker unter den Bläulingen durfte natürlich nicht fehlen: Der Gemeine bzw. Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), hier ein Weibchen.

4. Die rotfleckigen Widderchen können mitunter ganz schön kniffelig werden; dieser hier entpuppte sich beim genauen Blick dann doch als Hufeisenklee-Widderchen (Zygaena transalpina), eine seltenere und anspruchsvollere Art als das sehr ähnliche Sechsfleck-Widderchen. Die Unterschiede sind: weiter auseinander liegende und deutlich scharf abgegrenzte rote Flecken, meist weiße Fühlerspitzen, schwarze Endbinde der Hinterflügel meist dicker, Vorderflügel eher nicht durchscheinend, Unterseite der Vorderflügel deutlich rot gefärbt (daher auch kaum durchscheinend im Gegensatz zum Sechsfleck).

5. Gut unterwegs waren Falter von Idaea ochrata. Es giobt 2-3 ähnliche Arten, hier sollte man genau auf den Verlauf der Wellenlinien gucken und wo die Buchten mit ggf. vorhandenen Punkten verlaufen.

6. Klar, Kaisermäntel (Argynnis paphia) waren auch da. Hier nuckelt ein Männchen an der Drüsenblättrigen Kugeldistel – Ein Neophyt. Ähnlich wie bei den Flieder-Arten oder dem Drüsigen Springkraut, bieten solche Arten zwar Nektar, aber die Raupen unserer Falter sowie spezialisierte Wildbienen, können mit solchen Arten meist nichts anfangen. Problematisch wird es dann, wenn sich Neophyten selbstständig weiter verbreiten und damit heimische Pflanzen verdrängen. Daher bitte nur heimische Pflanzen in den Garten!

7. Wenn man Erfahrung hat, kann man sie erkennen, wenn sie schnurstracks Waldwege entlangschießen, denn manchmal haben sie einfach keine Lust, sich mal hinzusetzen: Kleine Eisvögel (Limenitis camilla). Insekten und speziell auch Schmetterlinge gelten allgemein als wärmeliebend, aber das stimmt so nicht. Diese Art bspw. mag es eher feucht und kühl und daher findet man sie eher in Wäldern und an Waldrändern mit Bächen und Vorkommen ihrer Nahrungspflanze, der Roten Heckenkirsche.

8. Ein weiterer schöner Bläulingsfund war dieser Kleine Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) auf dem Gew. Hornklee.

9. Gerade jetzt ab Juli sollte man bei den Braundickkopffaltern genau hinsehen, zumindest in guten Habitaten ist mit weiteren Arten als den Üblichen zu rechnen. Hier an der Skabiosen-Flockenblume sitzt der Mattscheckige Braundickkopffalter (Thymelicus acteon).

10. Ein typische Art von Ruderalflächen, Ödland, Tagebauen, Fels und Schuttflächen ist der Mauerfuchs (Lasiommata megera), hier sehen wir ein Weibchen.

11. Der häufigste unter den Braundickkopffaltern ist zweifellos der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus), der auf dem ersten Foto Nektar aus einer Breitblättrigen Platterbse lutscht. Neben dem Kästchenmuster, verrät sich die Art durch das einmalige Merkmal der Häkchen an den Fühlerkolbenspitzen, was sonst keiner der Braundickkopffalter hat. Wenn man sich langsam und vorsichtig nähert, kann man das Merkmal (im richtigen Winkel) auch ohne Makro nur per Auge erkennen.

12. Das anspruchsloseste und häufigste unserer Widderchen ist das Sechsfleck-Widderchen oder Blutströpfchen (Zygaena filipendulae). Auf den Fotos sieht man den Blütenbesuch bei Wiesen-Witwenblumen und der Tauben-Skabiose.

13. Im Gebiet flogen einige Tintenflügel-Weißlinge (Artkomplex Leptidea juvernica/sinapi) und da hat sich tatsächlich einer vor mich hingesetzt und das Abdomen in typischer Weise an die Vogelwicke gehangen. Bei der Kontrolle hat sich die Beobachtung bestätigt: Ein Weibchen hat ein Ei gelegt

14. Schmetterlinge stehen in der Nahrungskette ziemlich weit unten, aber nicht nur die Raupen sind willkommene Beute. Es kommt öfter mal vor, dass Imagines (ausgewachsene Falter) als Happen einer Veränderlichen Krabbenspinne enden, so wie hier das Große Ochsenauge (Maniola jurtina).

15. Mit aufmerksamen Blick kann man auch ohne Köderung und Lichtfang immer mal auf Touren Nachtfalter beim Ruhen oder tagaktive beim Blütenbesuch entdecken. Hier hat sich ein Wolfsmilchspanner (Minoa murinata) gütlich am Jakobs-Kreuzkraut getan.

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