Der Neusiedler See, der in Österreich und Ungarn liegt und dessen Seewinkel im Südosten Teil des Nationalparks ist, ist für seine unglaubliche Weite und das flache Wasser bekannt – ein Eldorado für viele Brut- und Zugvögel. Noch interessanter sind aber eigentlich die vielen Salzlacken drumherum, die gigantischen Schilfflächen und vor allem: die extensiven Grünländereien. Diese weite an extensivem Grünland kann man sich im übernutzten, dicht besiedelten Deutschland kaum vorstellen und das schlägt sich auch bei den Insekten nieder: alle 2m eine Pflanze mit 6 Argus-Bläulingen dran, Fliegenschwärme so dicht, dass man denken könnte es raucht von einem Brand, soviele Tausende Eulenfalter nachts im Scheinwerferlicht als würde es schneien usw.
Ein winziger Teil dieser Landschaft und der Pflanzen wird mit den heutigen Fotos vorgestellt.
1) Wiesen bis zum Horizont voller Stauden, Kräuter und mit großer Artenvielfalt – hier im Fokus der dort häufig vorkommende Hain-Salbei, auch Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) genannt. In Deutschland kommt die Art eher zerstreut, lokal und recht selten vor.
2) Auffällig mit dem langen Sporn und mittlerweile auch ein seltener Anblick in Deutschland, war der Gewöhnliche Feldrittersporn (Consolida regalis). Wobei man dazu sagen muss, dass die Art zu den Archäophyten gehört: Also seit längerem (vor Kolumbus) eingebürgert ist, ursprünglich aber nicht zu den heimischen Wildpflanzen zählte. Der Ursprung der Art liegt eher in Südeuropa und Westasien.
3) Eine uns schon vertrautere Pflanze war der Gewöhnliche Steinklee (Melilotus officinalis), der auch Gelber Steinklee genannt wird. Die Pflanze findet auf Rohböden- oder Störstellen wie Wegrändern, Steinbrüchen, Schuttflächen, Felshängen oder Bahndämmen.
4) Was von weitem noch an Aufrechten Ziest erinnerte, entpuppte sich dann als Österreichischer Salbei (Salvia austriaca). Auffällig sind die langen weißen Griffel und wenn man sich die Pflanze in lila vorstellt, ähnelt sie von der Blüte dann auch stark unserem bekannten Wiesen-Salbei.
5) Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist auch in Deutschland beheimatet und mit ihren sehr großen sowie kontrastreichen Blüten ein echter Hingucker! Das gefällt auch unseren Insekten, u.a. der Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae) ist auf diese und verwandte Malven angewiesen. Wer sich da noch Zuchtpflanzen oder Blumen aus Nordamerika in den Garten holt, dem ist echt nicht mehr zu helfen