Untrennbar verbunden mit dem Sommer sind nicht nur lange Tage, nervige Mücken oder brennende Hitze – auch für Nicht-Ornithologen gehören die kreischenden srriii-Rufe der Mauersegler ebenso dazu wie auch ihre irren Verfolgungsjagden zwischen Häuserschluchten.
Der Begriff Sommervogel, den man benutzt, um hier brütende, aber im Winter wegziehende Vögel zu beschreiben, ist beim Mauersegler wörtlich zu nehmen: Kaum ein Brutvogel ist so kurz da wie der Mauersegler, meist sind es um die 3 Monate. Im Mai tauchen sie je nach Wetterfronten und Witterung hier auf, während im Juli schon wieder der Abzug beginnt.
Auch wenn sie bei der Nahrungssuche oft mit Schwalben vergesellschaftet und ebenso Kulturfolger sind, haben Mauersegler mit den Schwalben nichts zu tun. Mit den Seglern (Apodidae) bilden sie ihre eigene Familie in der Vogelwelt. Unser Mauersegler übertrifft mit seiner Flügelspannweite von 42-48cm auch deutlich diejenige der Schwalben (~30-35cm) und lässt sich am Himmel auch problemlos durch seien Silhouette erkennen.
Aus der Bruthöhle geschossen kommt dieser Mauersegler im Juli aus einer Kirche. Eile hat er nicht ohne Grund, denn als insektivor lebende Art muss er es schaffen pro Tag 50g Insekten für die Versorgung seiner Brut zu fangen – Das entsprich ca. 20.000 Insekten!
Daraus ergibt sich natürlich auch die Schlussfolgerung, dass es beim Vogelschutz nicht mit dem Anbieten von Nisthilfen getan ist und ein Blick auf das ganze Ökosystem wichtig ist. Arten wie der Mauersegler, andere Vögel, aber auch Fledermäuse uvm. sind besonders vom Insektenschwund der letzten Jahre betroffen.
Problematisch für den Mauersegler als Kulturfolger sind zudem Neubauten und Sanierungen ohne dass Tieren dabei ein Platz angeboten wird, aber auch die Kombination aus hitzeabsorbierenden Materialien (Wellblechdächer, schwarzer Dachbelag, etc.) mit zunehmenden Klimawandel: Bei der Hitzewelle 2022 in Spanien sind vielerorts Abertausende nicht flügge Mauersegler aus ihren Bruthöhlen gesprungen, um der Hitze zu entkommen – mit oft fatalen Folgen.