Vielerorts kennt man den Rotschenkel nur als Durchzügler oder Wintergast, dabei ist – und vor allem war – er ein mitteleuropäischer Brutvogel. War deshalb, da vielerorts auf Grund von Lebensraumverlust (Trockenlegung von Feuchtwiesen & Mooren, Intensivbewirtschaftung von Grünland) die Brutbestände abgenommen haben und regional erloschen sind. Diese Limikole ist dabei gar nicht so streng an einen bestimmten Typ Biotop angepasst: Ob Salzmarschen, Feuchtwiesen, Sumpfgebiete oder in den weit östlich liegenden Lebensräumen sogar Steppenlandschaften – Hauptsache Offenland, Nahrungsverfügbarkeit und keine Gefahr der Zerstörung des am Boden liegenden Nestes.
Die Fotos entstanden Ende Mai im Bereich des Neusiedler Sees, daheim in Deutschland gibt es inselartige Brutbestände nur noch in guten Schutzgebieten in weitläufigen Feuchtlebensräumen oder an den Küsten. Insgesamt sind es wohl noch um die 8.500 Brutpaare mit weiter negativer Tendenz, wobei die Zahlen im Zuge der neuen ADEBAR2-Kartierungen sicher deutlich aktualisiert und geändert werden müssen.
Vor allem zur Zugzeit im Herbst kann der Rotschenkel mit dem Dunklen Wasserläufer verwechselt werden, da beide ihr jeweiliges Schlichtkleid tragen. Letzterer hat aber einen deutlich längeren Schnabel und im Flug fällt auf, dass die Flügelhinterkanten oberseitig kein breites weißes Band wie Rotschenkel eines aufweisen.