Der Sterntaucher ist einer von drei regelmäßig in Deutschland im Winter zu beobachtenden Arten, die aus ihren nordischen Brutgefilden hier überwintern. Allen 3 gemeinsam sind ihre guten Tauchfähigkeiten, die sie für die Jagd nach Fischen brauchen. Dass unser „Sterni“ nach vielen erfolglosen Versuchen, einen besonders dicken Fisch erwischt hat, zeigt die Collage. Wenn die Seetaucher-Arten hier nicht gerade übersommern oder besonders spät zurückfliegen, wird man sie fast ausschließlich in ihrem Ruhe- bzw. Schlichtkleid antreffen. Da bis zu 20% der europäischen Population in der Deutschen Nordsee überwintert und die Art somit von Offshore-Windparks bedroht ist, hat der Verein Jordsand den Sterntaucher zum Seevogel des Jahres 2024 gekürt.
Während die Bestimmung im Prachtkleid keinerlei Probleme bereitet und die Unterschiede extrem sind, ist die Bestimmung im Schlichtkleid schwieriger; zumal noch dazu kommt, dass die Seetaucher selten Grund haben in Ufernähe zu kommen und es oftmals vorjährige Jungvögel sind, die so tief im Binnenland überwintern. Der Schlüssel zur richtigen Bestimmung liegt deshalb auf der Kombination mehrerer Merkmale bzw. dem sogenannten Gesamteindruck.
Der Sterntaucher ist kleiner als der Pracht- und Eistaucher und weist von allen dreien auch den schmalsten Schnabel auf, welcher zudem leicht aufgeworfen ist. Das Foto zeigt ein adultes Individuum und hier ist schön die sehr reinweiße Unterseite an Hals, Brust und Bauch zu erkennen; Jungvögel sind etwas schmutziger. Das weite ausgedehnte Weiß der Altvögel im Schlichtkleid ist dabei schon aus der Ferne auffallend. Auch wenn sich der Deutsche Trivialname auf den roten Halsfleck des Prachtkleides bezieht, kann man auch die weißen Sprenkel auf dem Rücken im Schlichtkleid gut mit Sternen assoziieren – diese kontrastreiche Muster zeigen die Arten nicht in dieser Weise. Zu guter Letzt der Habitus: Pracht- und Eistaucher wirken etwas dickhalsig und tragen ihren Kopf tiefer, der Eistaucher besonders. Der Sterntaucher wirkt mit dem schlanken Hals filigraner und reckt diesen samt Kopf auch stärker nach oben. Wer bereits verschiedene Seetaucher-Arten in echt beobachten konnte, dem hilft dieses Merkmal schon von weitem.