Ab Mitte April tauchen sie so langsam wieder hier auf und fallen zur Balzzeit vor allem durch den Gesang des Männchens auf: Trauerschnäpper. Der Name leitet sich vom dunklen Federkleid der Männchen im Prachtkleid sowie der Zugehörigkeit zur Familie der Fliegenschnäpper ab. Apropos Federkleid: Weibchen sind an den dunklen Federpartien rötlich-bräunlich und zeigen keinen reinweißen Bauch und ihnen fehlt auch der weiße Stirnfleck. Männchen im Schlichtkleid sowie vorjährige Individuen sehen dem Weibchen sehr ähnlich.
Aber nicht nur dann: Leider steht im Internet viel Quatsch über das Erscheinungsbild der Männchen, dabei ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass diese regional in verschiedenen Morphen vorkommen und eben nicht nur wie oft im Lehrbuch dargestellt kontrastreich deutlich schwarz-weiß aussehen, sondern teilweise „nur“ gräulich oder sogar deutlich braun.
Auf meinen Fotos sieht man zwei verschiedene revierbesetzende und singende Individuen. Richtig Tiefschwarz ist das Gefieder bei keinem dieser beiden Männchen; ein Individuum zeigt ein dunkleres, gräuliches Braun, das andere geht von der Färbung schon stark in Richtung Weibchen. Man spricht dann auch von einer weibchenfarbigen Morphe.
Die Trauerschnäpper leben etwas heimlicher als einige Arten aus ihrer Verwandtschaft der Fliegenschnäpper wie bspw. Rotkehlchen, Schwarzkehlchen usw. Wobei zumindest die Männchen durchaus auf sich aufmerksam machen, indem sie ihren schönen kurzen Gesang erklingen lassen. Dann muss sie aber erst einmal entdecken
Mit einer Größe von um die 13cm und einem Gewicht von 12-15g (11-18g), erreichen sie Maße wie das verwandte Rotkehlchen, wirken dabei aber weniger kompakt. Den Winter verbringt der schöne Singvogel südliche der Sahara in Afrika – Selbst Vögel aus russischen Regionen in diese Regionen. Die Hauptzeit des Wegzugs findet von Mitte August bis Ende September, die Rückreise von Mitte April bis Anfang Mai statt.
Dadurch, dass Trauerschnäpper erst gegen Mitte April wiederkommen und viele Laubbäume dann austreiben, ist das gar nicht so einfach sie hinter dem Laub zu entdecken. Mit einer Brutpopulation von 68.000-130.000 Paaren in Deutschland ist die Art nicht sehr häufig und steht zurecht auf der Roten Liste als gefährdet, da der Trend auch negativ ist.
Zum einen sind sie zur Ernährung auf Insekten angewiesen, die ja bekanntlich massiv abgenommen haben, aber ihnen macht auf fehlender Strukturreichtum zu schaffen. Zu ihrem Habitat zählen lichte Laubwälder mit viel Altbestand und Baumhöhlen oder auch Waldränder in Übergang zu Gärten sowie Streuobstwiesen und Parks.
Durch den Mangel an alten Bäumen und stehendem Totholz, ist der Trauerschnäpper mittlerweile stark auf Nistkästen angewiesen und regional sogar von ihnen abhängig – Wie gut sie angenommen werden, sieht man auf den Fotos Auch der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Art, da andere um Höhlen konkurrierende Arten ihre Plätze immer früher besetzen und damit auch der Trauerschnäpper früher zurückkehren muss.
Über die Variabilität vom Kleid des Männchens habe ich bereist geschrieben, aber auch die Weibchen variieren gehörig: Das eine Individuum am Kasten erinnert beinahe schon an einen Grauschnäpper.