Über eine Eule am Tag und das Paradox des tagaktiven Nachtfalters

Es gibt so einige der sogenannten „Nachtfalter“, die auch am Tag aktiv sind. Noch zu den bekannteren Arten gehören Das Taubenschwänzchen, der Russische Bär oder auch der Klee-Gitterspanner und die Braune Tageule. Das Foto zeigt eine Karden-Sonenneule (Heliothis viriplaca), ein Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter. Die Vorkommend er Art sind nicht sehr beständig und die Verbreitung unterliegt u.a. durch die Wanderfreudigkeit der Art großen Schwankungen. In meiner Region in Thüringen hatte ich dieses Jahr so oft welche wie noch nie. Spezialisiert auf die (Wilde) Karde ist die Art entgegen des Namens nicht, sondern die Raupen fressen an verschiedenen Stauden und krautigen Pflanzen wie Beifuß, Karthäuser-Nelke, Bunte Kronwicke, Hauhechel usw.

Woher kommt nun eigentlich das Paradox der tagaktiven Nachtfalters? Es ist einfach so, dass die Tagfalter (Papilionoidea) tatsächlich alle miteinander in einer genetisch verwandtschaftlichen Beziehung stehen, das kann man u.a. auch an dem Bau der Fühlerkolben sehen, die sich bei den Tagfaltern sehr ähneln.

Die „Nachtfalter“ sind sozusagen nur eine Schublade für den ganzen Rest – wobei „der ganze Rest“ in Deutschland 95% der Arten ausmacht, Tagfalter stellen hierzulande nur 5% der Arten! Der Begriff des „Nachtfalters“ hat sich einfach deshalb angeboten, weil die meisten, wenn auch nicht alle dieser Arten, tatsächlich primär nachts aktiv sind. Verwandtschaftlich stehen die verschiedenen Familien der Nachtfalter aber deutlich weiter auseinander entfernt als die Tagfalterfamilien untereinander.

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