Mit dieser typischen Körperhaltung im schwarzen Federkleid und dem breit abgerundeten Schwanz sowie den dunklen Patschefüßen, dazu noch der Schnabel eines Fischprädators – ganz unweigerlich könnte man hier an einen Baby-Kormoran denken
Was die Art betrifft, stimmt das natürlich nicht, aber die Zwergscharbe gehört natürlich in die Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Die im Verhältnis zum Köpfchen relativ großen Augen sowie der im Vergleich zum Kormoran kürzere Schnabel, verstärken dieses Kindchenschema. Mit Körpermaßen von gerade einmal 45-55cm in der Länge und 75-90cm in der Flügelspannweite, ist die Art fast nur halb so groß wie sein großer Bruder.
Diese Zwergscharben haben sich im Mai in Nähe des Neusiedler Sees in einem Moorwald in Ungarn ablichten lassen. Bei der Ausbreitungstendenz der letzten Jahre und immer häufigerer Winter- und Zugbeobachtungen in Deutschland, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch hierzulande zur ersten Brut kommen sollte – das war dann 2022 der Fall. Nach wie vor ist die Art jedoch (noch) ein extrem seltener Brutvogel und auch Sichtungen außerhalb der Brutzeit sind (noch) etwas besonderes.