Die Welt steht Kopf – Zumindest aus Sicht des Kleibers

Beim Kleiber gibt es so einige Besonderheiten; eine ist, dass es neben Saisonehen auch Dauerpaare gibt. Als Höhlenbrüter sind die Kletterkünstler zwar auf ein ausreichendes Höhlen- und Nischenangebot angewiesen, dabei allerdings weniger auf bestimmte Einflugdurchmesser beschränkt: Ist ein Eingang zu groß, wird er einfach mithilfe von Lehm zugeklebt (Namensherkunft). Mit dieser Technik werden auch scharfe Kanten und Hohlräume im Inneren zugekleistert.

Zur Balzzeit zeigt das Männchen dem Weibchen mehrere potenzielle Bruthöhlen an, welches sich dann für eine davon entscheidet. Ein Verhalten, was man u.a. auch beim Zaunkönig wiederfindet.

Warten auf die Essenslieferung

Da schaut der Staren-Nestling aus der Spechthöhle und wartet sehnsüchtig auf die nächste Portion Futter. Als Höhlenbrüter bevorzugen sie wie hier Baum- bzw. alte Spechthöhlen, nutzen aber auch Mauernischen, defekte Straßenlaternen oder natürlich auch Nistkästen. Diese werden dann mit Gras, Moos, Wolle, Haaren und Federn ausgepolstert. Es kommt nicht selten vor, dass man Stare deshalb auf Schafen oder anderen Tieren herumstehen sieht, wo sie sich ihr Nistmaterial direkt von der Quelle besorgen

Bei den 1-2 Jahresbruten werden 4-7 Eier gelegt, die nach dem Schlupf irgendwann einmal so niedlich aus der Höhle schauen wie der Nestling auf den Fotos.

Jedem seine Nische

In der Ökologie gibt es den Begriff der Nische, welcher ausdrückt, in welcher Wechselwirkung ein Lebewesen zu seiner Umwelt steht und an welche Bedingungen es sich adaptiert hat. Hier hat sich die Blaumeise eine Nische der ganz anderen Art besetzt: Eine Wandnische einer alten Scheune als Brutplatz!

Das Gelege einer Blaumeisenbrut besteht i.d.R. aus 6-14 Eiern, welches in Nischen, kleinen Baumhöhlen, Nistkästen o.ä. auf einem Napf aus Moos, Haaren und Federn liegt. Meist schreiten Blaumeisen nur zu einer Jahresbrut, Zweitbruten sind selten.

Klein, grünlich, hektisch und oft weit oben: Waldlaubsänger

Mit dem Fitis und Zilpzalp verwandt, wird der ebenfalls zur Familie der Laubsänger gehörende und recht häufige Waldlaubsänger weniger oft fotografiert. Kein Wunder, wenn diese Langstreckenzieher ab Mitte April bis Mai wieder in unseren Wäldern eintreffen, sind diese kleinen, grünlichen und äußerst lebhaften Vögel schwierig zu beobachten. Oft halten sie sich im Kronenbereich von Laub- oder Laubmischwäldern auf und sind meist nur über ihre Rufe und Gesänge wahrnehmbar. Außerhalb von Wäldern im Offenland trifft man sie genauso wenig an wie auch in reinen Nadelwäldern.

Der Gesang ist ein unverkennbares, sicher immer schneller steigerndes “sip-sip-sipzirrrrr”, während der Ruf ein wenig an den des Gimpels erinnert, aber weniger melancholisch klingt und sehr oft nicht einzeln, sondern in Rufreihen aneinandergereiht vorgetragen wird, welcher eher kraftvoll als traurig klingt: “Djü-Djü-Djü-Djü-Djü-Djü”