Sitzt da und leuchtet rot

Das Männchen vom Bluthänfling. In der aktuellen Fassung der Roten Liste hat der Bluthänfling den zweifelhaften “Aufstieg” von der Vorwarnliste auf “gefährdet” geschafft. Als Finkenvogel, der auf Sämereien von Wildkräutern und Stauden angewiesen ist, fehlen ihm oft entsprechende nicht bewirtschaftete Flächen wie Ackerbrachen und Blühstreifen, die ihren Namen auch verdienen, mit Arten wie Skabiosen-Flockenblumen, Kreuzkräuter, Wegerich, Kletten und andere.

Aber vor allem das Verschwinden von Lebensräumen wie Brachflächen, Ödland und Heide(ähnlichen) Landschaften machen ihm zu schaffen. Dabei ist er sehr anpassungsfähig und nimmt auch gerne Sekundärlebensräume an, wenn sie an Offenlandschaften erinnern. Das können bspw. Weinanbaugebiete, Industriegebiete, Baubrachen und Bergbaufolgelandschaften sein. Wenn diese aber aufgrund von Nutzungs- und Baudruck umgewandelt werden oder zu stark bewirtschaftet werden, verliert er auch dort sein Zuhause. Auch die unkontrollierte Sukzession von Bergbaufolgelandschaften, wenn diese bspw. von Kiefern zugewuchert werden, lässt einen passenden Lebensraum verschwinden.

Am Ort der Fotos, am Neusiedler See bei Ungarn, gab es aufgrund des Nationalparks, ehemaliger Steinbrüche und vieler Weingebiete auch entsprechend viele Bluthänflinge.

Auch mit den Buntspechten ist gut Kirschen essen

Dass Insekten und insbesondere für die beiden Erdspechte Ameisen, eine wichtige Nahrungsquelle darstellen, ist weithin bekannt. Nicht ganz so geläufig ist das Wissen um den “Beerenhunger” der Spechte, denn auch Beeren oder wie hier Kirschen stehen gerne auf dem Speiseplan und werden mitunter auch an Jungvögel verfüttert – Dies trifft auf alle Spechte zu wie ein interessanter Artikel von Siegfried Klaus im Specht-Sonderheft (02/2023) vom “Der Falke” beweist.

Hier konnte ich einen weiblichen Buntspecht nicht nur beim Fressen von Kirschen fotografieren, sondern auch dokumentieren wie dazu eine Spechtschmiede als Hilfe genommen wurde, um das Fruchtfleisch um den Kern herum besser fressen zu können. Auch ein von diesem Weibchen noch geführter flügger Jungvogel wurde mit Kirschen gefüttert.

Aktivitäten Anfang Juni: Sonnenbad, Kinder füttern, chillen

Bei einer anstrengenden Brutzeit hat sich dieses Amselweibchen ihr Sonnenbad wohl verdient. Sonnenbaden hilft durch die Hitze und das UV-Licht lästige Parasiten loszuwerden und damit das effizient funktioniert, kann man einen Vogel auch mal recht lange reglos in dieser Haltung vorfinden.

Der Mittelspecht-Nachwuchs im Wald ist nach einer ca. 3 wöchigen Nestlingszeit ausgeflogen, wird aber noch ungefähr 10-14 Tage von den Eltern geführt. In dieser Zeit werden sie mit abnehmender Häufigkeit noch gefüttert und lernen dabei auch, wo es was zu holen gibt. Irgendwann, wenn sich der Hormonhaushalt der Alttiere wieder umstellt und der Drang das Revier von Artgenossen frei zu halten wieder stärker wird, werden sowohl Partner als auch Jungtiere aus dem Revier mit zunehmender Aggression vertrieben.

Mal ein anderer Weichkäfer als sonst hat sich am Rand eines Kiesabbaus gezeigt, es ist Cantharis livida.

Hält mal kurz seinen vorlauten Schnabel

Wenn man nur ein einziges Wort zur Verfügung hätte, um die Art zu beschreiben, wäre wohl “laut” angebracht, vielleicht auch “knarrzend”, denn wenn sie da sind, dominieren sie zumindest akustisch das Gebiet. Wir reden natürlich vom Drosselrohrsänger.

Es ist gar nicht so leicht, diese Krawallmacher mal einigermaßen frei für ein Foto zu erwischen. Wenn sie nicht gerade bei der Nahrungssuche sind, sind sie den lieben langen Tag während der Brutzeit damit beschäftigt aus dem Schilf heraus zu werben und Reviere zu markieren. Der Gesang ist dabei ein lautes Geknarrze und Geknarre mit einigen Quitschlauten und verläuft streng rhytmisch: “Krrt-Krrt-Krrrt – Kiet-Kiet-Kiet -Krrrrt-Krrrrt – Ijuu-Ijuu”

Im Volksmund nennt man ihn aufgrund der Lautäußerungen und in Abgrenzung zu seinem kleinen Verwandten, dem Teichrohrsänger, den Großen Karrekiet. Der Teichrohrsänger ist dann der Kleine Karrekiet. Aber auch vom Äußeren gibt es deutliche Unterschiede zu anderen Rohrsängern und das geht gleich bei der Größe los: Unsere Arten Rohrsänger sind um die 13-15cm lang, der Drosselrohrsänger 16-20cm! Daher auch das “Drossel” im Namen. Der lange und mächtige Schnabel sowie der breite Schwanz unterscheiden ihn auch auf Bildern gut von seiner kleinen Verwandtschaft.

Dorni legt los

Mit einer Population in Höhe von 600.000.-950.000 Brutpaaren in Deutschland, ist die Dorngrasmücke in etwa so oft vertreten wie die verwandte Gartengrasmücke und damit deutlich häufiger als die Klappergrasmücke, aber nicht so stark vertreten wie die Mönchsgrasmücke. Im Gegensatz zur erwähnten Verwandtschaft, die Sperbergrasmücke lassen wir als Rarität mal außen vor, kann man die Dorngrasmücke etwas besser beobachten, da sie zum Singen oft recht exponiert und mehr oder weniger frei sitzt. Die Singwarten sind oft außen an Ästen und Zweigen von Bäumen oder Sträuchern, während die anderen drei Grasmücken oft direkt aus dem Gestrüpp heraus singen.

Elegant auf der Nahrungssuche

Sehr anmutig ist dieser Weißstorch im Abendlicht auf einer feuchten Ackerbrache auf der Suche nach Nahrung herumstolziert. Weißstörche gehören mit zu den Vögeln, die man lange Zeit, sicher auch aufgrund früherer gesellschaftlicher Konventionen, zu den streng monogam in Dauerehe lebenden Vögeln zählte. Spätestens aber seit Jahrzehnten der Beringung, Telemetrie, Webcambeobachtungen und immer besserer und billigerer optischer Ausrüstung, hat sich das Bild wie auch bei anderen Arten zumindest differenziert.

Störche besitzen vor allem eine starke Bindung an den einmal in Anspruch genommenen Horst und etwas weniger an den Partner. Es wurden mittlerweile auch ohne, dass einer des Brutpaares verstorben wäre, schon Neuverpaarungen beobachtet. Falls es zum Tod eines der beiden Partner kommt, findet die Balz und eine Neuverpaarung i.d.R. noch in der gleichen Brutsaison statt. Nichtsdestotrotz finden sich auch oft Paare, die beisammen bleiben, auch wenn diese Monogamie nicht so stark ausgeprägt ist, wie bei den revierstarken und streng monogam lebenden Arten wie bspw. Waldkauz oder Steinadler.

Stets eine Überraschung mit beinahe mystischem Charakter: Schwarzstorch

Durch die Zunahme des Weißstorches aufgrund erfolgreicher Naturschutzmaßnahmen und seinem Erscheinen in Siedlungsnähe als Kulturfolger, hat man sich an den Anblick eines weißen, hell leuchtenden Storches so gewöhnt, dass er quasi als Prototyp des Storches fungiert. Umso beeindruckender ist es immer wieder, wenn man einen seiner sehr scheuen, zurückgezogen lebenden Verwandten zu sehen bekommt, der so ganz anders wirkt: Den Schwarzstorch.

Unmerklich kleiner als der Weißstorch gibt es verhaltensbiologisch jedoch wesentlich größere Unterschiede zu beobachten. So lebt der Schwarzstorch zurückgezogenen in Wäldern und baut seinen Horst auf hohe Bäume. Mit dem Begriff “Wald” sind dabei keine trockenen, strukturlosen Nadelwaldplantagen gemeint, sondern feuchte, strukturreiche Laub- und Mischwälder mit Tümpeln, Weihern, Bächen, Bruchwäldern, Mooren, die gerne an Feuchtwiesen, Altarmen von Flüssen und extensives Grünland angrenzen dürfen. Thomas Krumenacker hat in seinem Schreiadlerbuch daher ganz richtig vermerkt, dass es in geeigneten Schreiadler-Revieren auch Schwarzstörche gibt.

Der Lebensraum deutet es schon an: Die Ernährung des Schwarzstorches ist spezialisierter als beim Weißstorch; so sucht der Schwarzstorch seine Nahrung tatsächlich fast ausschließlich am oder im Wasser und erbeutet dabei Fische, Amphibien und Wasserinsekten.

Geschäftige Zeit für die Bunten

Jetzt im Mai war im Stadtwald alle paar Meter ein ausdauerndes sowie auch forderndes Piepsen aus den Bäumen zu hören: Es waren zum Großteil Nestlinge des Buntspechts, die unermüdlich nach mehr Futter gerufen haben, was von den Eltern mit vielen Anflügen quittiert wurde. Bei Singvögeln wie bspw. unseren Meisen ist es weitbekannt, dass diese ihr Nest zur Brutzeit reinlich und frei von Kot halten. Das ist in der Vogelwelt keine Selbstverständlichkeit, wenn man bspw. an höhlenbrütende Eulen denkt. Spechte sind keine solche “Schmutzfinken” und wie man auf einem der Fotos sehen kann, wird der Kot aus dem Nest bzw. der Höhle heraustransportiert. Das ganze funktioniert deshalb so gut, da der Kot der Jungvögel in einer Art Säckchen ausgeschieden wird.

Rechnet man Brut- und Nestlingszeit zusammen, kommt man auf eine Dauer, die der ähnlich großer Vögel in etwa entspricht. Allerdings sind die Anteile bei Spechten stark verschoben: Die Brutdauer ist sehr kurz gehalten, beim Buntspecht z.B. durchschnittlich nur 8,5 Tage. Man erklärt sich diese Besonderheit damit, da sich in der Tiefe der Bruthöhle mit der Zeit der Kohlendioxidanteil erhöht und die passive Sauerstoff-Diffusion durch die Eierschale zum Embryo hin für die Versorgung nicht mehr ausreichend wäre. Durch das besonders zeitige Schlüpfen, bekommen die Küken durch die aktive Atmung nach dem Schlupf genügend Sauerstoff ab.

Volle Einkaufstüten

Bei bis zu 2-4 Jahresbruten und i.d.R. 3-5 Eiern haben Amseln im Sommerhalbjahr gut zu tun. Webcambeobachtungen von Nestern haben gezeigt, dass es täglich bis zu 250 Nestanflügen der Elterntiere kommt und pro Tag um die 1.000 Insekten gejagt und als Futter überbracht werden! Es ist daher ein wenig verwunderlich, warum vor allem in sozialen Netzwerken dann immer der Sperber im Garten als schrecklicher Killer diskreditiert wird

Diese hohe Dichte an Bruten wird auch dadurch erreicht, dass das Männchen die Jungvögel aus der vorherigen Brut versorgt, während das Weibchen schon wieder auf einem neuen Gelege sitzt. Eine ähnliche Brutbiologie kennt man bspw. von Schleiereule und Eisvogel; man nennt dies Schachtelbrut. Der Nachwuchs der folgenden Brut muss dabei nicht zwangsweise vom Männchen der vorherigen stammen, sondern ggf. auch von einem anderen.

Die Welt steht Kopf – Zumindest aus Sicht des Kleibers

Beim Kleiber gibt es so einige Besonderheiten; eine ist, dass es neben Saisonehen auch Dauerpaare gibt. Als Höhlenbrüter sind die Kletterkünstler zwar auf ein ausreichendes Höhlen- und Nischenangebot angewiesen, dabei allerdings weniger auf bestimmte Einflugdurchmesser beschränkt: Ist ein Eingang zu groß, wird er einfach mithilfe von Lehm zugeklebt (Namensherkunft). Mit dieser Technik werden auch scharfe Kanten und Hohlräume im Inneren zugekleistert.

Zur Balzzeit zeigt das Männchen dem Weibchen mehrere potenzielle Bruthöhlen an, welches sich dann für eine davon entscheidet. Ein Verhalten, was man u.a. auch beim Zaunkönig wiederfindet.