Was man nicht alles so auf der Wiese am Waldrand findet, bspw. Heinrich, den Hirschkäfer Schon etwas müde und geschafft, hatte der klein…ääh große Kerl sichtlich Schwierigkeiten sich durch die Grashalme zu bewegen. Die Männchen sind unverkenn- und unverwechselbar, die Weibchen der Art erinnern an zu groß geratene Balkenschröter, mit denen sie oft verwechselt werden, zeigen aber auch diese lederfarbige Rotbraun der Flügeldecken – neben der auffallend Größe natürlich. Der Hirschkäfer ist eine tolle Art, um den Fokus beim Thema Insektenschutz mal wieder ein bisschen in die richtige Richtung nachzujustieren: Das Larvalstadium zieht sich für gewöhnlich über 5 bis 7 Jahre, im Extremfall sogar 8 Jahre! Während die erwachsenen Tiere wenige Wochen alt werden, wenn überhaupt. Und was brauchen die Larven? Totholz! Richtig viel, richtig dick und am besten schon etwas zersetzt, so dass sie im sogenannten Mulm leben und fressen können.
Praktisch an der selben Pfütze in einem Tagebau, wo ich sie schon einmal beobachtet hatte, habe ich sie wiedergefunden: Sie in der Region sehr seltene Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio). Alle Bilder zeigen männliche Individuen, ein orangefarbiges Weibchen ist leider im Moment des Auslösens abgedüst. Deutlich häufiger ist die Zwillingsart, die Große Pechlibelle. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zeigt sich bei Männchen am 8. und 9. Segment des Abdomens: Das Segment 8 ist zur Hälfte schwarz gefüllt, das 9. ist blau. Bei der Großen Pechlibelle ist dagegen das 8. Segment komplett blau und sonst alles schwarz. Die Kleine Pechlibelle ist eine typische Pionierart, die stark besonnte und temporäre Kleingewässer (Pfützen, Fahrspuren, Tümpel, Mulden,…) an Ruderalstandorten u.ä. besiedelt.
Im selben Tagebau wie die Kleine Pechlibelle, hat sich diese Besonderheit gezeigt: Ein junges, nicht ausgefärbtes Männchen des Kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens). Die wärmeliebende Art kommt in Deutschland nur sehr lückig und zerstreut vor. Zu ihren bevorzugten Biotoptypen langsam fließende Gewässer wie Quellmoore, Seeabflüsse, Gräben, kleine Wiesenbäche oder wie hier: Rinnsale in Tagebauen.
Diese Biene mit dem proportional großen Dickkopf und dem nach hinten kegelartig kleiner werdenden Körper gehört passenderweise zur Gattung der Kegelbienen. Die Weibchen lassen sich besser bestimmen, wobei das Wildbienen genrell kein einfaches Thema ist, das hier sollte ein Männchen der Schuppenhaarigen Kegelbiene (Coelioxys afer) sein, das auf einer Wiesen-Flockenblume sitzt. Kegelbienen gehören verhaltensbiologisch zu den Kuckucksbienen, d.h. sie parasitieren andere Wildbienenarten und sind damit weder böse, noch unerwünscht – ganz im Gegenteil: Solche Arten tragen Sorge dafür, dass keine Art zu dominant auftreten oder bestehende Ressourcen einseitig ausnutzen kann. Außerdem zwingen sie ihre potentiellen Wirte damit zu der Anstrengung, stets im Sinne der Fitness angepasst zu sein und ein starkes, gesundes Genom (weiter)zuentwickeln. Parasitäre Arten sorgen also salopp gesagt dafür, dass alle anderen nicht zu träge werden und sich gehen lassen
Deutlich spitzer, länger und auch im angelegten Zustand sichtbar, ist die Federhaube der Haubenlerche im Vergleich zur Feldlerche. Das gleiche trifft auch auf den Schnabel zu, ansonsten beziehen sich deutliche Unterschiede vor allem auf das Habitat und auch die Häufigkeit. Mit lediglich nur noch 2.300-3.700 Brutpaaren bei stark negativem Trend, ist es selten geworden eine Haubenlerche in Deutschland zu sehen – diese Fotos gelangen mir dann auch am Neusiedler See am Rande einer Lacke auf einem Weinbau-Acker.
Aufgefallen ist sie uns aber wegen eines Gesangs, den wir sofort als fremd erkannt haben und wissen wollten, wer da herumträllert. Der Grundcharakter des Gesangs klang wie eine Mischung vom Flöten der Mönchsgrasmücke und dem Schwätzen einer Feldlerche – aber lautstark vom Boden aus. Dazu waren noch einige andere Elemente wie das Motzen von Meisen zu hören, was kein Wunder ist, denn die Haubenlerche baut – man kennt es von der Feldlerche – gerne mal Imitationen anderer Arten ein.
Ihre Habitatansprüche sind eigentlich sehr gering; gerade wenn „nichts“ ist, gefällt es ihr. Damit sind u.a. karge Flächen, Trockenrasenhänge, warme Felsflure und Brachflächen mit Kräuterbestand gemeint, aber auch Sekundärbiotope wie bspw. städtische Flächen: Baubrachen, Parkplätze, trockene Rasen. Es gab mal Zeiten, da waren Haubenlerchen im Stadtgebiet ein weit verbreiteter als auch vertrauter Anblick. Wie konnte eine so anspruchslose Art quasi verschwinden?
Es sind hier über die Jahre mehrere Gründe zusammengekommen. Angefangen beim Nahrungsmangel durch eine intensivierte Landwirtschaft, immer mehr Verdichtung von städtischen Flächen und einer extremen Zunahme von Freizeitdruck, eine starke Gefährdung durch immer mehr Hauskatzen, die die Bruten dieser Bodenbrüter nachweislich massiv dezimieren, weitere stetige Gelegeverluste durch Bauarbeiten, andere Prädatoren, die sich als Kulturfolger halten konnten, landwirtschaftliche Aktivität als auch einfach der Lebensraumverlust an sich: Alles muss genutzt und bewirtschaftet werden, Brachflächen sind unerwünscht und verschwinden daher zusehends. Leider ist hierzulande keine Trendwende bei den Verlustursachen zu erkennen.
Eine schöne wildlife-Flugshow hat uns dieses Rohrweihen-Pärchen Ende Mai geliefert. Ihre erste Brutzeit haben Rohrweihen meist im Alter von zwei oder drei Kalenderjahren. Es ist so, dass einige Jungvögel, wie bei anderen Greifvögeln auch, mitunter im Überwinterungsquartier übersommern und dort einen zweiten Winter verbringen, bevor sie dann adult und geschlechtsreif im dritten Kalenderjahr in die europäischen Brutgebiete zurückkehren.
Das Phänomen des Übersommerns können wir auch in Deutschland sehen, wenn typische Wintergäste aus dem Norden wie bspw. Weißwangengänse, hier im Sommerhalbjahr zu beobachten sind, ohne dass sie dabei zur Brut schreiten würden. Aber zurück zur Rohrweihe: Die Balz wird durch das Männchen initiiert, welches mit halsbrecherischen Sturzflügen und Scheinangriffen das Weibchen zu beeindrucken versucht, bevor es seiner Auserwählten Beute als Brautgeschenk – natürlich mitten in der Luft als „Wurfsendung“ – überreicht. Das ist auch ähnlich wie beim Habicht die Phase im Jahr, wo man die nicht sonderlich ruffreudigen Rohrweihen auch mal hören kann.
Man sieht ihn schon von weitem auf seiner Ansitzwarte groß im Sonnenlicht leuchten, manchmal hört man ihn laut und rau schimpfen (vor allem, wenn der Sperber in der Nähe ist) und seit den Borkenkäferkalamitäten, die den artenarmen Fichtenplantagen den Garaus gemacht haben, kann man ihm quasi kaum aus dem Weg gehen: dem Neuntöter.
Bei den Fotos von Ende Mai kann man beide Geschlechter sehen, wesentlich öfter sieht man natürlich das auffällige Männchen auf seiner Ansitzwarte – klar, das Weibchen ist in entweder am Brüten oder wartet darauf, sich vom Neuntötermännchen mit Beutestücken beeindrucken zu lassen. In der ganz frühen bzw. späten Brutphase sieht man natürlich auch öfter mal die Dame und wenn sie im Gebiet anwesend sind, sind sie auch ausnahmslos leicht zu entdecken. Kein Wunder bei Körperlänge von 16-18cm, Flügelspannweite von 24-27cm und einem Gewicht zwischen 22,5-41g. Damit ist diese Art deutlich größer und mächtiger als bspw. unsere Meisen und sind sowohl auf den Ansitzwarten als auch bei den arttypischen Flügen zur Beute bzw. zurück zur Warte, gut zu beobachten.
Mit den stark beschnittenen Motiven, die kurz vor der Dämmerung entstanden, wird sich wohl kein Fotopreis gewinnen lassen, aber aus einem bestimmten Grund zeige ich sie trotzdem. Das Motiv ist nämlich nicht irgendwer, sondern der hierzulande seltene Seidenreiher, den ich schon immer mal sehen wollte. Geklappt hat es dann am selben Standort wie die Moorenten im letzten Beitrag (Ungarn, Moorwald).
Sie können vor allem im Schlichtkleid im Winterhalbjahr mit dem Silberreiher verwechselt werden. Aber auch hier im Prachtkleid muss man gerade bei entfernten oder überfliegenden Individuen genau hinsehen. Markant ist das schöne Zöpfchen, was der Silberreiher auch im Prachtkleid nicht hat. Beide Arten tragen im Sommerhalbjahr aber schöne, teils abspreizende, Schmuckfedern. Was noch dazukommt: Zur Brutzeit ist der uns aus dem Winter bekannte gelbe Schnabel des Silberreihers nun auch schwarz gefärbt und die Wachshaut plötzlich nicht mehr mattgrün, sondern kräftig türkis. Im Brutgebiet kommen beide Arten dann auch noch syntop – zur gleiche Zeit im gleichen Habitat – vor.
Aber weg von den Bestimmungsschwierigkeiten und hin zu den deutlichen Unterscheidungsmerkmalen. Ich habe es im Titel mal eingedeutscht, in den Niederlanden nennt man den Seidenreiher nämlich den „Kleinen Silberreiher“ (kleine zilverreiger) und das ist ein super Name! Während es der „große“ Silberreiher auf eine Länge von 85-100cm bringt, sind es beim Seidenreiher lediglich 55-65cm! Und währen die Beinfarbe beim Silberreiher sehr variiert – Tarsus meist dunkel, manchmal gelb-rot, Tibia meist hell/gelblich, zur Paarungszeit oft rötlich – ist das beim Seidenreiher eine einfache, klare Sache: Die Beine sind immer komplett schwarz, nur die Füße sind scharf abgesetzt knallig gelb. Das kann man zumindest sehen, wenn der Seidenreiher nicht im Wasser herumwatet (Foto 3) oder aber auch beim Überflug.
In diesem Fall waren es tatsächlich die seltenen Moorenten, die auf einem Gewässer während der Brutzeit in einem urigen Moorwald in Ungarn herumgeschippert sind. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art nicht so ausgeprägt wie bei anderen Enten; aber selbst auf den eher mittelmäßigen Bildern kann man es erkennen: Die Erpel weisen eine helle Iris auf, die Weibchen dunkle. Weitere Merkmale der Art sind der dunkle, lange Schnabel, ein rötliches Kastanienbraun im Kopfgefieder, eine eher spitz zulaufende Kopfform am Scheiten und ein scharf abgesetzter weißer Fleck am Hinterteil, wenn sich die Unterschwanzdecken zeigen.
Hierzulande werden Moorenten gelegentlich im Winterhalbjahr beobachtet, was eine besondere Herausforderung darstellt, wenn sich die wenigen zugereisten Individuen unter große Trupps aus Reiher- und Tafelenten gemischt haben. Unser Brutbestand ist leider auf beklagenswerte 8-10 Brutpaare zusammengeschrumpft, hin und wieder werden einzelne ausgewilderte Individuen aus Zuchtprojekten gefunden. Für die Seltenheit gibt es einige Gründe: Zum einen stellt Mitteleuropa die Westgrenze ihres Verbreitungsareals dar, aber zum anderen bevorzugen sie sehr deckungsreiche, stark mit Vegetation überwachsene Seen, was dem Deutschen Ordnungswahn widerspricht. Dabei ist die sogenannte Verlandung an sich kein negativer Vorgang: dichte Vegetation zieht seltene Arten wie Moor- und Knäkente an, Bartmeisen halten sich überhaupt nur in sehr weiträumigen Schilffeldern auf und nach langer Zeit kann am Ende der Verlandung ein Moor entstehen. Ansonsten überwintert die Art als Kurzstreckenzieher meist im Mittelmeerraum ist auf dem Zug den typischen Gefahren durch Bejagung bzw. Wilderei ausgesetzt.
Man kann sie zur Zeit immer noch sehr lautstark und oft singen hören, die Stieglitzer. Wie bei anderen Finken auch, kann man den schönen Stieglitz nicht mit Nistkästen unterstützen, da sie ein mit Flechten getarntes Napf-Nest aus Zweigen, Gras, Spinnweben usw. auf Bäumen und hohen Sträuchern bauen. Einen strukturreichen Garten mit Gehölzen zum Brüten und Wildblumen als Insektenbrutstätte und als Samenquelle, wissen sie dagegen zu schätzen.
Das Gelege besteht i.d.R. aus 4-6 Eiern und eine 2. Jahresbrut ist eher die Regel als die Ausnahme.
Seidig-weiß-blaues Gefieder, eine lange Strähne im Prachtkleid, rote Augen und eine meist abwartende Haltung im Ansitz – Der ausgewachsene Nachtreiher ist eine wirklich schöne Erscheinung, die in Deutschland zwar leicht zunehmend und Süden und Südwest her einwandernd, aber doch mit 45-50 Brutpaaren sehr selten ist. Es kommt auch hin und wieder vor, dass unerfahrene Jungvögel beim Heimzug übers Ziel hinausschießen und sich dann zum Übersommern nördlich der eigentlichen Brutgebiete aufhalten. Die Fotos sind dann auch in einem ungarischen Moorwald entstanden.
Im Sitzen sieht man es ihm gar nicht so an, aber wenn ein Fisch, Frosch o.ä. an seiner Ansitzwarte, die mehr oder weniger knapp überm Wasser liegt, vorbeischwimmt, kann sich der kompakt wirkende Vogel blitzartig verdammt lang machen und sich das Objekt der Begierde aus dem Wasser fischen, ohne dabei von der Ansitzwarte – oft ein überhängender Ast oder Totholz – herunterzuplumpsen.
Ich habe ihre Anwesenheit die Tage durch die Rufe der Alten mitbekommen und dann unüberhörbar durch die Tatsache, dass der alte Pflaumenbaum gequietscht hat. Genauer gesagt, hat es unentwegt aus einer winzigen Bruthöhle gequitscht – eine Kleinspechtbrut. Der winzige Höhleneingang erinnert eher an ein Meisenhabitat und mit seinem Durchmesser von i.d.R. 32-34mm fällt er exakt in diese Kategorie. Die Fotos zeigen nicht nur die unglaubliche Niedlichkeit unseres kleinsten Spechtes, sondern auch die Wichtigkeit von alten Obstbäumen, mit teils abgestorbenen Strukturen sowie vom Erhalt des Lebensraums der Streuobstwiesen.
Höhlen werden durch den Kleinspecht jährlich neu angelegt und das ist auch notwendig: zum einen sind die von ihm präferierten und benötigten Weichhölzer sowie morschen Totholzbestände kein Garant für eine lange Lebensdauer der Höhlen, aber wie man sich bei dem erwähnten Vergleich mit Meisen denken kann, sind die kleinen Höhlen auch bei vielen anderen Vogelarten begehrt und oft besetzt – u.a. vom mittlerweile bedrohten Feldsperling. Mehr Ausweichhöhlen reduzieren zudem das durchaus hohe Risiko, dass der Buntspecht die Brut zur eigenen Brutversorgung erbeutet.
Trotz der doch massiven Größenunterschiede der Spechtarten untereinander, ist die Phänologie der Brutbiologie erstaunlich ähnlich und beträgt ca. 3 Wochen. Ab dann wird die Futterzufuhr durch die Eltern reduziert und die nimmersatten Nestlinge dadurch nach draußen gelockt, womit sie nacheinander mit kurzem Abstand flügge werden. Noch 1-2 Wochen gibt es eine Vollpension durch das Brutpaar und dann heißt es: Selbst ist der Kleinspecht.
Im heutigen Beitrag geht’s mal wieder um die Avifauna und ich zeige ein paar Arten aus einem vergangenen Mai.
Seit 2004 die ganzjährige Schonzeit des Graureihers aufgehoben wurde, sind die Brutbestände hier um 66% zurückgegangen! Der Brutbestand der Art in Thüringen lag bei um die 1.000 Brutpaaren, im Durchschnitt der letzten Jahre werden Jahr für Jahr 487 Individuen geschossen. Da ist der massive Bestandsrückgang auch keine Überraschung. Das Foto zeigt ein Individuum im Flug im Mai im vollen Prachtkleid, zum Glück nicht bei mir in Thüringen, sondern Ungarn, wo die Art streng geschützt ist.
Mit einer Flügelspannweite von 110-130cm (Extremwerte 109-136cm), ist der „Mausi“ zumindest von der Spannweite her deutlich kleiner als der Rotmilan und im Bereich eines Kolkraben. Wenn letztgenannte in der Thermik kreisen, kann das durchaus bussardähnlich wirken. Generell, aber insbesondere zur Brutzeit muss sich der „Mauser“ in Acht geben: So wie auch andere Greifvögel, sind die potenziellen Prädationsopfer nicht gerade begeistert über sein Erscheinen. Anfang konnte ich eine Verbrüderung ala „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ beobachten und ein Turmfalkenterzel hat einen zum Horst fliegenden Mäusebussard gemeinsam mit einer Rabenkrähe verprügelt oder korrekt ausgedrückt: gehasst.
Das Foto zeigt ein Rohrweihen-Terzel, der schnittig eine Kurve fliegt – ob er wohl etwas gehört hat, bspw. verräterische Laute einer Beute? Was man eher den Eulen zuschreibt, könnte vielleicht zukünftig auch in die Bücher über Rohrweihen kommen. In einer frischen Studie, die 2025 erschien hat man Gehirne von Weihen mikroskopisch untersucht als auch die Schädel detailliert per CT vermessen. Heraus kam, dass Weihen sich u.a. dahingehend deutlich von anderen Habichtartigen (Accipitriformes), dass sie deutlich größere Gehörgänge als auch Hirnanteile zur auditiven Verarbeitung aufweisen. Andere Anpassungen wie asymmetrische Gehörgänge (seihe Eulen) wurden dagegen nicht gefunden. Das sind aber zumindest schon einmal starke Indizien dafür, dass Weihen ihr Gehör bei der Jagd stärker oder ganz allgemein überhaupt, einsetzen als andere Greifvögel. Vielleicht hängt dies auch mit ihren tiefen Jagdflügen zusammen?
Die zierlich und elegant wirkenden Säbelschnäbler haben sich am Neusiedler See als Brutvögel toll und oft beobachten lassen. Ihre Nester sind wie bei vielen Limikolen eher Mulden und werden mit ein wenig Vegetationsmaterial ausgekleidet und in Feuchtwiesen, auf Schlick, Schlamm oder Spülsäumen errichtet.
Oft sieht man bei vielen Arten eher Männchen, auch auf Fotos. Das liegt nicht nur an den meist kräftigeren Prachtkleidern, sondern natürlich auch an der Verhaltensbiologie: Die Weibchen brüten und das Männchen sucht Nahrung, bewacht sein Revier, singt usw. Hier hat sich aber das Weibchen vom Schwarzkehlchen exponiert gezeigt. Ein Schwarzkehlchen-Revier ist ganz gut zu entdecken, da man entweder die kontrastreichen Männchen auf Ansitzwarten sieht oder sowohl die harten, schmätzenden Rufe als auch den Gesang des Männchens hört: eine kurze Strophe mit rauen Elementen.