Wildtier im Wald: Brauner Bär ;-)

Wenn man im Wald einem Braunbären begegnet, sollte man vorsichtig sein; hier haben wir im Mai in einem Thüringer FFH-Gebiet zum Glück nur den kleinen, aber auch sehr wuscheligen, Braunen Bären (Arctia caja) gefunden – Ein Schmetterling aus der Unterfamilie der Bärenspinner (Arctiinae). Wobei dieses Individuum erst noch zu einem Falter wird, hier ist ein nicht ganz ausgewachsenes Raupenstadium zu sehen, wahrscheinlich das 4. von 5 Stadien, man spricht dann von Larvalstadium 4 oder in Kurz L4.

Bei der Pflanze handelt sich um Wiesen-Labkraut, was sicher kein Zufall ist, denn die Raupen des Braunen Bären fressen unter anderem auch an Labkräutern. Ein toller Fund samt geduldigen Modell, umso mehr, da die Art in Deutschland auf der Vorwarnliste steht.

Florale Eindrücke vom Oberen Stinkersee am Neusiedler See

Bei der Gegend um den Neusiedler See sind es nicht nur die Wasser- oder Schilfflächen, die interessant sind. Um den See herum gibt es großflächige Feuchtwiesen, die im weiteren Umfeld in Halbtrocken-Magerrasen übergehen. Diese Grundlage führt zu ganz wunderbaren, natürlichen Pflanzengesellschaften mit entsprechender toller Artenvielfalt und Biomasse der Insekten. Heute zeige ich ein paar Pflanzenfotos, die in Nähe der Salzlacke “Oberer Stinkersee” entstanden sind.

Es geht los mit der Bunten Kronwicke (Securigera varia), die nicht nur toll aussieht und auch bei mi in Thüringen oft zu finden ist, sondern auch eine schöne Pflanze für Schmetterlinge ist.

Ganz unverkennbar ist die folgende Pflanze eine Königskerze, mit den großen reingelben Blüten und den filzigen Blättern, die am Stängel anliegen, ist das die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum).

Sehr viel in der Gegend wächst der Hain-Salbei, auch Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) genannt und ersetzt dort den uns bekannten Wiesen-Salbei, der in der Gegend eher selten anzutreffen war.

Bisher kannte ich sie nur aus Dokus und war froh, sie mal in Natura zu sehen: Die Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum). Sie mag es eher warm und bevorzugt Kalkrasen, Trockenrasen und offene Heidelandschaften.

Während bei uns vor allem das Große bzw. Echte Mädesüß wächst, haben wir dort das Kleien Mädesüß (Filipendula vulgaris) gefunden.

Eine andere schöne Pflanze, die mit ihren rosaroten Blüten oft zu sehen war, ist die Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus). Sie wächst gerne an Wegrändern und mag eher basischen Boden.

Neu für uns war auch der Aufrechte Ziest (Stachys recta), der eine eher wärmeliebende Art ist und in Deutschland nur im Süden vorkommt. Am Neusiedler See bzw. bei Österreich und Ungarn haben wir ihn öfter gefunden.

Ein richtig schöner Fund war die folgende Orchidee, das Sumpf-Knabenkraut (Anacamptis palustris) direkt im Schilffeld an einem Gewässer. Die Art ist sehr lückenhaft verbreitet und hat in Deutschland einen sehr schweren Stand (Rote Liste stark gefährdet). Schön, dass sie dort in der Gegend vorkommt!

Ganz unverhofft – ein schöner Glasflügler

Bei einer kleinen Runde quasi vor der Haustür, um eine Kiesgrube und einige Felder mit schönen Heckensäumen herum, haben sich bei der Hitze am Samstag 2 Glasflügler sehen lassen. Erwähnenswert ist, dass es sich hierbei um einen Schmetterling handelt! Vor allem am Kopf und den Fühlern sieht man das gut; die Transparenz auf den Flügeln kommt daher, da sie an den Stellen nicht beschuppt sind.

Es handelte sich hierbei um Weibchen des Zypressen-Wolfsmilch-Glasflüglers (Chamaesphecia empiformis), welche passenderweise auf der einzigen Raupen-Nahrungspflanze saßen: Der Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Wer sie selbst auch mal sehen will, dem sei gesagt, dass sie zwar tagaktiv sind, aber mit einer Flügelspannweite von 13-22mm und einer Körperlänge von ca. 20mm verdammt klein sind; kleiner als sie auf Fotos meist wirken. In Deutschland leben ca. 35 Glasflügler-Arten, wobei die hier vorgestellte Art zu den eher häufigeren zählt.

Besondere Großlibellen, Dickkopffalter und Neuntöter von Anfang der Woche

Bei einer renaturierten Kiesgrube und in Saalenähe haben sich Anfang der Woche einige tolle Arten präsentiert. Eine kleine Auswahl samt Fotos, gibt es im heutigen Beitrag.

Gar nicht auf dem Schirm und für mich ein Erstfund, war die wirklich hübsche Keilfleck-Mosaikjungfer (Isoaeschna isoceles)! Die Imagines fliegen von Mai bis August und sind in Deutschland selten so finden. Als Habitat bevorzugt sie schilfreiche Altwasser oder langsam fließende Bäche und Gräben.

Der Falter ist unzweifelhaft ein Dickkopffalter und gehört zur Unterfamilie der Hesperiinae, von der bei uns 5 recht ähnliche Arten vorkommen. Im Gebiet gab es 3 davon; Dies hier ist der Schwarzkolbige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola). Er hat im Gegensatz zum Rostfarbigen Dickkopffalter und zum Komma-Dickkopffalter keine hellfleckige Musterung auf den Flügeln und ist dabei aber farbkräftiger als der Mattscheckige Dickkopffalter. Vom ähnlichen Braunkolbigen Dickkopffalter unterscheidet sich die Art durch die Unterseite der Spitzen der Fühlerkolben – sie sind hier Schwarz. Die Betonung liegt explizit auf >Unterseite< der Fühlerkolben, das Merkmal ist das tatsächlich sehr klein und ohne Makrofoto/Lupe nicht zu erkennen.

Eine andere nette Großlibelle im Gebiet war eine der gelben Keiljungfern und zwar eine verhältnismäßig häufigere Vertreterin der Gattung, die Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus); was aber nicht heißt, dass man sie an jedem Gewässer finden würde. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Familie, mag diese Art keine Fließ- sondern Stehgewässer.

Der Neuntöter hat sich im Gebiet mit 5 Revieren gezeigt und Nachwuchs gab es erfreulicherweise auch zu sehen. Frühestens ab Mitte/Ende April sind sie wieder bei uns zu sehen und so ergibt sich eine Brutzeit, die von Mai bis Juni andauert. Das Gelege aus 4-7 Eiern wird einem Strauch aus Gras, Moos, Federn, Zweigen und Unrat gebaut und wirkt nicht so ordentlich wie bspw. das Net einer Amsel.