Was ich bei uns im Winter auf der Saale nicht oft finde: Schnatterenten. Die umliegenden Stillgewässer sind zugefroren, noch dazu kam übers Wochenende die Kaltfront hereingebrochen und dann finden sich umso mehr Arten beim Weiterzug oder nicht zugefrorenen Fließgewässern. Das erste Foto zeigt ein Pärchen.
Als Gründelenten tun sie sich mit der Nahrungssuche meist nicht schwer und sind nicht sehr anspruchsvoll. Sie fressen neben Kleintieren im Wasser vor allem Unterwasserpflanzen bzw. deren Partikel. Denn neben dem namensgebenden Gründeln, bei dem sie – Kopf unter Wasser, Schwänzchen in die Höh‘ – in einer Wassertiefe von bis zu 30-50cm Nahrung direkt auflesen oder abzupfen, können sie Insekten oder Pflanzen von der Oberfläche auflesen oder auch Partikel aus dem Wasser sieben. Anders als die „seihenden“ Löffelenten, läuft das bei den Schnatterenten jedoch nicht mit seitlichen Kopfbewegungen auf der Wasseroberfläche: Ist der Schnabel unter Wasser und sie ziehen anschließend die Zunge zurück, entsteht ein Unterdruck, der Wasser samt Nahrungspartikel in den Schnabel zieht. Wenn sie nun die Zunge wieder Richtung Schnabelspitze schieben, drückt es das Wasser aus dem Schnabel heraus – Nicht jedoch Pflanzenteile oder Kleinstlebewesen. Diese bleiben an den Zahnleisten (feine Hornzähnchen) der Schnabelseiten hängen.
Es läuft quasi wie bei einem befiederten, kleinen Wal Wobei dieser „befiederte Wal“ noch ganz andere Tricks auf Lager hat: Es kommt auch vor, dass sie sich in der Nähe von tauchenden Wasservögeln wie Blässrallen aufhalten, um diesen etwas von ihrer Beute wie bspw. Algen abzunehmen. Damit erschließen sie sich (wie auch bspw. Möwen) Nahrungsquellen, an die sie selbst aus physiologischen Gründen nicht herankommen würden.