Aktivitäten Anfang Juni: Sonnenbad, Kinder füttern, chillen

Bei einer anstrengenden Brutzeit hat sich dieses Amselweibchen ihr Sonnenbad wohl verdient. Sonnenbaden hilft durch die Hitze und das UV-Licht lästige Parasiten loszuwerden und damit das effizient funktioniert, kann man einen Vogel auch mal recht lange reglos in dieser Haltung vorfinden.

Der Mittelspecht-Nachwuchs im Wald ist nach einer ca. 3 wöchigen Nestlingszeit ausgeflogen, wird aber noch ungefähr 10-14 Tage von den Eltern geführt. In dieser Zeit werden sie mit abnehmender Häufigkeit noch gefüttert und lernen dabei auch, wo es was zu holen gibt. Irgendwann, wenn sich der Hormonhaushalt der Alttiere wieder umstellt und der Drang das Revier von Artgenossen frei zu halten wieder stärker wird, werden sowohl Partner als auch Jungtiere aus dem Revier mit zunehmender Aggression vertrieben.

Mal ein anderer Weichkäfer als sonst hat sich am Rand eines Kiesabbaus gezeigt, es ist Cantharis livida.

Spannende Insekten im Wald

Ein paar schöne und interessante Insekten haben sich zuletzt im Wald gezeigt.

Die ersten beiden Fotos zeigen eine Langhornmotte (Adelidae), genau genommen eine Art des De Geers Langfühler Artkomplexes (Nemophora degeerella/scopolii/deceptoriella). Das männliche Individuum ist an den besonders langen Fühlern zu erkennen.

Es geht weiter mit dem schönen Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris), der an einer lichten Stelle auch im Wald unterwegs war.

Ein besonderer Fund war der folgende weibliche Gebänderte Pinselkäfer (Trichius fasciatus).

Während die üblichen Wollschweber nun so langsam durch sind, sind nun Sommerarten unterwegs und dieser hier, Hemipenthes maura, ist für das Gebiet schon ein außergewöhnlicher Fund und kommt auch nicht so häufig vor.

Häufiger anzutreffen ist der Zickzacklinien-Trauerschweber (Hemipenthes morio), der sich mit der gezackten Flügelzeichnung vom Trauerschweber (Anthrax anthrax) unterscheidet.

Ein immer wieder faszinierender Anblick ist das “Holzhäuschen” bzw. der Sack der Raupe vom Kleinen Rauchsackträger (Psyche casta).

Ein Weibchen des Kleinen Schmalbocks (Stenurella melanura) zeigt das folgende Foto; Männchen haben einen weniger stark gezeichnete Flügeldecken.

Mit der Liguster-Langhornmotte (Adela croesella) hat sich eine weitere Langhornmotte gezeigt.

Fraßspuren an den Blättern einer Stiel-Eiche haben mich einen genauen Blick dorthin werfen lassen und so hat sich die Raupe des Schwammspinners (Lymantria dispar) gezeigt.

Einen echt coolen Anblick, nämlich einen fast ganz schwarzer Schmetterling, mit weißen Rand-Zeichnungen, bot der Schwarzspanner (Odezia atrata).

Mächtig Eindruck ob seiner Größe, macht der auf einer Knoblauchsrauke sitzende Variable Schönbock (Phymatodes testaceus).

Waldpflanzen Ende Mai und Anfang Juni

Bei zwei Ausflügen in den Stadtwald Ende Mai und Anfang Juni sind mir bei der Art-Erfassung auch einige Pflanzen vors Makro-Objektiv gekommen.

Es geht gleich mit einer schönen Besonderheit los, der Orchidee Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens). Das erste Bild zeigt die noch geschlossenen Blüten Ende Mai, beim nächsten Besuch Anfang Juni war dann die volle Blütenpracht zu bewundern.

Im Thüringer Wäldern findet man viele Heidelbeer-Sträucher (Vaccinium myrtillus) so wie auch hier. Was weniger gewöhnlich ist, ist die Tatsache, dass bereits in der ersten Junidekade reife Beeren vorzufinden sind. Klimawandel lässt grüßen.

Mal nicht den Hopfen-Schneckenklee oder den Feld-Klee zeigt das nächste Foto; es ist nämlich der Kleine Klee (Trifolium dubium). Die Blütentraube zeigt weniger Blüten als beim Feld-Klee und die Blütenform schaut anders aus als beim Hopfen-Schneckenklee oder Sichelklee, wo sie an winzige Versionen vom Gew. Hornklee erinnern. Wichtig ist auch, dass die Blätter beim Kleinen Klee zu dritt zusammen stehen und keine Spitze aufweisen.

Eine schöne heimische Ehrenpreis-Art ist der Wald- oder auch Echte Ehrenpreis (Veronica officinalis). Dort, wo die Böden mit Nährstoffen zu sehr übersättigt sind (Eutrophierung) wächst er nicht, da er nicht so konkurrenzstark ist wie typische Stickstoffzeiger; also Arten wie Löwenzahn.

Schön anzusehen ist auch der Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense), der entgegen dem Namen auch in lichten Wäldern wächst. Es gibt auch einen recht ähnlichen Wald-Wachtelweizen, bei diesem sind die Blüten allerdings wesentlich kürzer.

Hält mal kurz seinen vorlauten Schnabel

Wenn man nur ein einziges Wort zur Verfügung hätte, um die Art zu beschreiben, wäre wohl “laut” angebracht, vielleicht auch “knarrzend”, denn wenn sie da sind, dominieren sie zumindest akustisch das Gebiet. Wir reden natürlich vom Drosselrohrsänger.

Es ist gar nicht so leicht, diese Krawallmacher mal einigermaßen frei für ein Foto zu erwischen. Wenn sie nicht gerade bei der Nahrungssuche sind, sind sie den lieben langen Tag während der Brutzeit damit beschäftigt aus dem Schilf heraus zu werben und Reviere zu markieren. Der Gesang ist dabei ein lautes Geknarrze und Geknarre mit einigen Quitschlauten und verläuft streng rhytmisch: “Krrt-Krrt-Krrrt – Kiet-Kiet-Kiet -Krrrrt-Krrrrt – Ijuu-Ijuu”

Im Volksmund nennt man ihn aufgrund der Lautäußerungen und in Abgrenzung zu seinem kleinen Verwandten, dem Teichrohrsänger, den Großen Karrekiet. Der Teichrohrsänger ist dann der Kleine Karrekiet. Aber auch vom Äußeren gibt es deutliche Unterschiede zu anderen Rohrsängern und das geht gleich bei der Größe los: Unsere Arten Rohrsänger sind um die 13-15cm lang, der Drosselrohrsänger 16-20cm! Daher auch das “Drossel” im Namen. Der lange und mächtige Schnabel sowie der breite Schwanz unterscheiden ihn auch auf Bildern gut von seiner kleinen Verwandtschaft.