Nach einer Runde Brutvogelkartierung standen in zwei meiner betreuten Schutzgebiete kleinere Maßnahmen an, dabei haben sich am Boden zwei gänzlich andere, schöne Frühblüher gezeigt.
Gras klingt erst einmal wenig spektakulär, jedoch sind Wildgräser für unsere Ökosystem unverzichtbar; viele Schmetterlingsraupen haben sich bspw. an bestimmte Gräser als Nahrungspflanze spezialisiert. Aber mitunter sind auch Arten bei den Gräsern vertreten, die auch etwas fürs Auge bieten: So wie die blühende Erd-Segge (Carex humilis). Die Art zeigt sehr kurze Sprossachsen und 20-40cm lange Blätter sowie den auffallend hübschen gelben Blütenstand und ist keine häufige Art; in Deutschland steht sie auf der Vorwarnliste. Die Art passt wunderbar in die dortige Pflanzengesellschaft aus wärmeexponierten trockenen Eichen-Hängen.
Ein wenig bunter ist die zweite Art: Das Leberblümchen (Hepatica nobilis); ein klassischer Frühblüher sowie Kalkanzeiger. Das Gebiet zeichnet sich durch Edellaub-Mischwälder sowie Halbtrockenrasen auf Muschelkalk aus und bietet dem Leberblümchen somit ein tolles, passendes Habitat. Die markanten, einfach zu bestimmenden Blätter eines blühenden Individuums kann man oft vergebens suchen: Diese erscheinen erst nach er Blüte; die Blätter, die aktuell zu sehen sind, stammen noch aus der letzten Saison.