Kindchenschema

Bei den Zwergtauchern ist es so, dass schon die adulten Tiere mit ihren relativ großen Kulleraugen, dem für Lappentaucher kurzen Schnabel und der geringen Größe von 23-29cm, dem typischen Kindchenschema entsprechen. Umso niedlicher wirken dann erst die Küken als Pulli (Mit Dunenkleid) – Hier einmal auf Fotos von Ende Mai zu sehen sowie noch zwei ältere Bild von einem fütternden Elterntier aus dem September.

Hierzulande ist es nicht ungewöhnlich, dass Vertreter der Lappentaucher recht späte Brutzeiten haben und man frisch flügge Jungtiere im September sieht, so auch beim verwandten Haubentaucher. Die Nahaufnahmen von dem Jungtier vom Mai stammen dann auch vom Neusiedler See, wo die Bruten auf Grund der geografischen Lage wohl früher stattfinden.

Typisch für alle Lappentaucher ist die Nahrungssuche jagend unter Wasser. Der Zwergtaucher macht dabei Jagd auf kleine Fische, Wasserinsekten und Mollusken (Weichtiere). Wobei „klein“ relativ ist, wenn man sich die fette Beute auf dem einen Foto anschaut

Bekannt wie ein bunter Hund

Bekannt wie ein bunter Hund

Sobald es knallig bunt wird, gibt es auch bei Erwachsenen kein Halten mehr und anhand der Fotos in Vogelgruppe und Fotoseiten, könnte man fast meinen, der Bienenfresser wäre mit dem Eisvogel der häufigste Vogel in Deutschland

Diesen kleinen Seitenhieb mal beiseite lassend, haben wir uns natürlich auch gefreut, als wir in einer urigen ungarischen Landschaft unweit des Neusiedler Sees die Bienenfresser beobachten konnten. Der Name klingt nicht gerade schmeichelhaft, aber Großinsektenfresser wäre nun auch nicht besser…

Denn neben den namensgebenden Bienen und auch Wespen, bei denen geschickt der Stachel vorm Verzehr entfernt bzw. das Gift aus dem Hinterleib gedrückt wird, stehen u.a. noch Heuschrecken, Schmetterlinge und Libellen auf der Speisekarte.

Man sagt und man beobachtet es auch, dass sich die Art aufgrund des Klimawandels weiter gen Norden ausbreitet. Ganz so einfach ist die Rechnung nicht, denn ähnlich wie auch beim wärmeliebenden Wiedehopf, gehören dazu noch ökologische Faktoren wie das Vorhandensein von passenden Brutplätzen, eine nicht zu intensive Landbewirtschaftung und damit einhergehend auch nennenswerte Zahlen an großen Insekten.

Dazu eine Anekdote: Während ich in Deutschland Großlibellen oder die meisten Schmetterlinge einzeln abzähle und erfasse, hatten wir es dort mit Schwärmen bzw. regelrechten Wolken zu tun. Dasselbe bei Nachtfaltern im Scheinwerferlicht des Autos, Fliegen am Gewässer oder Bläulingen auf Wiesen – eine vollkommene andere Welt als in Mitteleuropa.

Wie und wo genau sich welche Arten zukünftig ausbreiten könnten, beruht oft auf rein mathematischen Modellen zu Wetterdaten und die Vorhersagen zu Artenverbreitungen lagen in Vergangenheit schon oft daneben. Halten wir also Augen und Ohren auf, wo der Bienenfresser auftauchen wird und wo nicht.

Nachtfalterkartierung vom 17.04.26

Heute gibt es mal wieder einen kurzen Überblick in unsere letzte Leucht- und Ködernacht bzw. deren Ergebnisse. Wir waren am Rand eines NABU-Schutzgebietes, welches ich betreue und was in einem NSG in Thüringen liegt. Teile befinden sich noch in eher schlechtem Zustand durch Waldkiefern-Monokulturplantagen, Teile spiegeln aber bereits schön den FFH-Sollzustand bzw. auch die entsprechenden FFH-Lebensraumtypen wieder: Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald, Geißklee-Eichen-Felswald und an besonders lichten Stellen finden sich kleine Halbtrockenrasen in südexponierter xerothermer Lage sowie einige schöne Sträuchersäume.

Für Mitte April waren wir mit 46 Arten in 113 Individuen in 4h sehr gut bedient. Wir hatten dabei nicht nur Arten der Roten Liste wie den Moosgrünen Eulenspinner, Rötliche Kätzcheneule und den Eichen-Zahnspinner – sondern letzteren auch in unglaublicher Anzahl mit gleich 18 Individuen. Bei so einem massigen und großen Falter hat sich das auch lautstark bemerkbar gemacht, wenn dauernd einer ins Laub geklatscht ist oder einen fast umgeflogen hat

Viele hübsch anzusehende Arten wie Lindenschwärmer, Kieferneule, Schmalflügelige Erdeule oder Birken-Sichelflügler waren ebenso dabei wie einige interessante Micros: Caloptilia alchimiella ist nicht nur nett gezeichnet, sondern fällt (neben der echt geringen Größe) auch mit der für diese Unterfamilie (Gracillariinae) typischen Haltung auf: die langen Vorderbeine werden gerade nach unten gehalten, was an ein aufbäumendes Pferd o.ä. erinnert

Wie ein Baby-Kormoran

Mit dieser typischen Körperhaltung im schwarzen Federkleid und dem breit abgerundeten Schwanz sowie den dunklen Patschefüßen, dazu noch der Schnabel eines Fischprädators – ganz unweigerlich könnte man hier an einen Baby-Kormoran denken

Was die Art betrifft, stimmt das natürlich nicht, aber die Zwergscharbe gehört natürlich in die Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Die im Verhältnis zum Köpfchen relativ großen Augen sowie der im Vergleich zum Kormoran kürzere Schnabel, verstärken dieses Kindchenschema. Mit Körpermaßen von gerade einmal 45-55cm in der Länge und 75-90cm in der Flügelspannweite, ist die Art fast nur halb so groß wie sein großer Bruder.

Diese Zwergscharben haben sich im Mai in Nähe des Neusiedler Sees in einem Moorwald in Ungarn ablichten lassen. Bei der Ausbreitungstendenz der letzten Jahre und immer häufigerer Winter- und Zugbeobachtungen in Deutschland, war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch hierzulande zur ersten Brut kommen sollte – das war dann 2022 der Fall. Nach wie vor ist die Art jedoch (noch) ein extrem seltener Brutvogel und auch Sichtungen außerhalb der Brutzeit sind (noch) etwas besonderes.