Bei einer Runde um eine der lacken im Bereich des Neusiedler Sees, hatten wir eine Menge Libellen. Einige der Arten, darunter auch ein paar besondere Arten, stelle ich mit den folgenden Fotos vor.
- Die Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum), hier ein frisch geschlüpftes Weibchen, gehört zu einer Art, die man sehr oft beobachten kann. Markant, vor allem bei Weibchen oder nicht ausgefärbten Individuen, sind die komplett schwarzen Beine, während diese bei einigen anderen Heidelibellen u.a. hellgelb geschient sind. Besondere Präferenzen bei der Habitatwahl, außer einer ordentlichen Besonnung, hat diese eher generalistische Art nicht.
- Die Fotos zeigen jeweils ein männliches und weibliches Individuum der Frühen Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii). Bei einigen Libellenarten ist die Augenfarbe variabel, bei einigen dagegen bestimmungsrelevant – zu letzterer Gruppe gehört diese Art. Die im unteren Bereich blau gefärbten Augen zeigen sich bei beiden Geschlechtern in jedem Alter. Die Frühe Heidelibelle ist eine Wanderlibelle. Die überschaubaren Beobachtungen in Deutschland sind vor allem vom Einflug aus dem Süden abhängig – die in Deutschland geschlüpften Individuen wandern ähnlich wie bspw. der Distelfalter, wieder zurück gen Süden in die mediterrane Heimat. Hier im Bereich des Neusiedler Sees bei Österreich und Ungarn hatten wir es dagegen mit einer ordentlichen Anzahl dieser südlichen Art zu tun.
- So etwas wie die Blaumeise unter den Libellen, ist die Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum), die hier mit zwei verschiedenen Männchen zu sehen ist. Der Vergleich ist jetzt nicht auf die durchaus passende Farbe bezogen, sondern auf ihre weite Verbreitung und Häufigkeit. Die Art mag vor allem große Stillgewässer mit überschaubarer Vegetation und kann dabei in großer Individuenzahl auftreten. Was sie von vielen auf den ersten Blick ähnlich aussehenden Azurjungfern unterscheidet, ist der bei beiden Geschlechtern sehr sauber wirkende Thorax an der Seite: Unter den Humeralstrreifen sind keine der sonst typischen dünnen schwarzen Striche zu sehen.
- Wenn eine sonst typischerweise rot gefärbte Heidelibelle, gelb ist, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass es ein Weibchen. So wie hier kann es sich auch um ein noch nicht ausgefärbtes, frisch geschlüpftes Männchen handeln. Bei der Art handelt es sich um die Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum). In diesem Stadium taugen die sonst markanten gelben Streifen des Thorax der Zwillingsart Große Heidelibelle nicht zur Unterscheidung. Wiederum in sehr späten Stadien können diese auch durch Verschleißerscheinungen verblassen. Das sicherste Merkmal ist daher oft ein Blick frontal ins Gesicht: die schwarze herablaufende Stirnzeichnung zeigt nur die Gemeine Heidelibelle; bei der Großen Heidelibelle läuft sie nicht herunter.
- Eine große Überraschung für uns, war der massive Einflug der Südlichen Mosaikjungfer (Aeshna affinis), von denen teilweise richtige Wolken im Bereich des Neusiedler Sees zu beobachten waren. Diese südeuropäische Wanderlibelle bevorzugt flachere, kleine Gewässer mit viel Schilf und breitet sich aufgrund der Klimaerwärmung weiter gen Norden aus und Beobachtungen in Deutschland nehmen zu. Auf den Fotos ist ein noch junges Männchen zu sehen.
- Die Färbung und der Habitus hat an die typische Westliche Weidenjungfer erinnert, aber vor allem zwei Dinge haben so gar nicht dazu gepasst: Der Thorax ist frei von der typischen Zacke und die Flügelmale sind mit 2 Farben dreigeteilt: Weiß-Braunschwarz-Weiß. Damit ist es die Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus). Die Art ist recht spezialisiert und bewohnt voll besonnte und sehr kleine, teils austrocknende Gewässer mit dichtem Bewuchs.