Gestern waren wir in einem FFH-Gebiet kartieren und haben 175 Arten, hauptsächlich an Schmetterlingen, Vögeln, Libellen und Pflanzen erfasst. Einige der schöneren Fotos, die dabei entstanden sind, zeige ich heute.
1. Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) – hier ein Weibchen – ist zusammen mit der seltenen Sibirischen Winterlibelle, die einzige unserer Libellen, die als Imago den Winter überdauert und damit die deutlich längste Lebenszeit aller Libellen aufweist. Den Winter verbringen sie aber nicht am Gewässer, sondern ziehen sich an Waldränder und -lichtungen zurück, wo sie mit ihrer dezenten Braunfärbung, hängend an Vegetation, gar nicht auffallen.
2. Wie schon neulich geschrieben, ist das Auftreten der Karden-Sonneneule (Heliothis viriplaca) sehr wechselhaft, da diese eher unstet und sehr wanderfreudig ist. In meiner Region in Thüringen hatte ich zuvor noch nie so dermaßen viele Individuen umherfliegen; das kenne ich sonst eher von bspw. der Braunen Tageule. Die Karden-Sonneneule lässt sich ebenso wie die zuletzt genannte Art auch gut am Tag beim Nektarbesuch beobachten. Wir hatten sie an der Krausen Distel und Schwarznessel beobachtet.
3. Ein weiterer historischer Erstfund dieses Jahr: Der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus armoricanus) wurde bislang noch nie in diesem Quadranten gemeldet. Die Art breitet sich auf Grund des Klimawandels seit geraumer Zeit aus Richtung Südwest weiter gen Nordosten aus und ist beim Aufmerksamen Beobachten immer öfter nachzuweisen.
4. Normalerweise sieht man diesen Falter als Imago nicht ganz so oft – im Gegensatz zu seinen strahlend weißen Eiern an Schlehe und Pflaume im Winter. Hier hat es abermals geklappt und ein schönes Weibchen des Nierenfleck-Zipfelfalters (Thecla betulae) hat sich – eher untypisch – zur Nektarsuche auf der Kanadischen Goldrute niedergelassen.
5. Eigentlich ist er gar nicht so selten und anspruchsvoll, genießt aber auch auf Grund seines Status als Anhang II FFH-Art besondere Aufmerksamkeit: Der Russische Bär (Euplagia quadripunctaria), der auch aktuell Schmetterling des Jahres ist. Hier saugt er Nektar von der Kleinen Bibernelle.
6. Fehlt da nicht etwas? So etwas wie ein Stängel? Nein – Das muss so! Es handelt sich um die – Nomen est Omen – Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaulon). Sie ist gar nicht so häufig und in Deutschland eher lückig verbreitet und auch weltweit auf eher zentrale Teile Europas beschränkt. Die Art wächst auf Halbtrockenrasen und Wegrändern und mag es lieber warm, gerne basisch (Kalk) und eher trocken als nass.