Heute geht es mit einem großen Schwung Bilder aus der Vorderrhön vom Juli wieder munter weiter. An diesem Tag hatten wir mehrere Ecken der Hohen Geba durchkartiert und waren vor allem auf den Triften unterwegs. Bei dem langen Tag und den vielen Biotoptypen haben wir es an dem Tag auf 208 Arten gebracht Einen winzigen Ausschnitt diesen Artenpotpourris stelle ich im heutigen Beitrag vor.
Wie auch bei den letzten Touren dort, sind uns wieder Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma) und die tagaktive Grüneule (Calamia tridens) begegnet. Interessante florale Funde waren der Färber-Ginster (Genista tinctoria) und eine besondere Skabiose: Zwischen den Tauben-Skabiosen und Wiesen-Witwenblumen, hat dieses Exemplar doch etwas anders gewirkt. Ein genauer Blick an die Kelchblätter hat gezeigt, dass ihr die typischen schwarzen Borsten der Tauben-Skabiose fehlen und der Geruchstest hat es dann final bestätigt: Es war ein Exemplar der seltenen Duft-Skabiose bzw. Grauen Skabiose (Scabiosa canescens), eine Rote Liste Art und laut Floraweb wäre dies ein bislang unkartierter Fund.
Nicht selten, aber schön anzusehen, ist die Gemeine Waldschwebfliege (Volucella pellucens) und wer sich das zweite Bild genau ansieht, entdeckt einen blinden Passagier: an der Seite des Abdomens klebt ein Ei! Die Schwebfliege, die selbst gerne mal Hummeln und co parasitiert, wurde also selbst parasitiert – typisch Insektenwelt
Mal nicht als Ei, sondern als blütenbesuchender Imago, hat sich der Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini) gezeigt – hier wie viele andere am Gewöhnlichen Dost. Warum verkaufen Gärtnereien und Baumärkte diese Wildpflanze nicht als insektenfreundlich? Die ist es nämlich tatsächlich.
Nachdem wir am ersten Tag in der Vorderrhön gleich als eine der ersten Arten einen Rotklee-Bläuling (Cyaniris semiargus) als Erstfund hatten, waren an diesem Tag auch noch einmal schöne Fotos für mich drinnen. Ein älterer Trivialname der Art ist eigentlich viel passender: Violetter Waldbläuling. Die Art bewohnt zwar keine Wälder an sich, aber feuchte Wald- und Strauchsäume und Magerwiesen in Waldnähe; zudem wirkt die Art im Flug deutlich dunkelblauer als andere Bläulinge. Rotklee ist tatsächlich nur eine von vielen möglichen Raupenfutterpflanzen, diese fressen auch an anderen Schmetterlingsblütlern wie Gewöhnlicher Hornklee, Wiesen-Platterbse, Vogel-Wicke, Weiß-Klee uvm.
Unzählige weitere Arten haben es nicht aufs Foto, aber unsere Artenliste geschafft, bspw. Mittelspecht, Neuntöter, Weidenmeise, Gimpel, Vogel-Nestwurz, Hügel-Meier, Großblütige Braunelle, Sichelblättriges Hasenohr, Malven-Dickkopffalter, Kleiner Esparsetten-Bläuling und unzählige mehr.