Eichelhäher

Eichelhähern kann man in Stadtparks recht nahe kommen, denn dort sind sie an Menschen gewöhnt. In ihrem eigentlichen (Primär)Habitat allerdings, dem Wald, sind sie sehr scheue Tiere, die den geneigten Wanderer oder Fotografen meist vorher entdecken, bevor er sie. Dies bringen sie dann mit einem lauthals krächzenden: WÄÄHH WÄÄHH zur Geltung – weshalb sie sich ihren Titel „Polizei des Waldes“ redlich verdient haben.


Wenn man sie schimpfen hört, ohne dass man selbst der Grund dafür ist, kann es an einem krähentypischen Verhalten liegen: Sie „hassen“ auf Eulen und/oder Greifvögel. „Hassen“ ist ein Begriff der Vogelkunde bzw. Falknerei und meint damit, dass vor allem Rabenvögel dazu neigen potenzielle Feinde als solche mittels Ruf zu markieren und zu vertreiben. Aber auch andere Singvögel – ja auch der Eichelhäher gehört zu den Singvögeln (richtig: Sperlingsvögel bzw. Passeriformes) – hassen auf potenzielle Beutegreifer und im Speziellen auf Eulen.


Eichelhäher gehören zu den Rabenvögeln und ihr Name enthält einen verhaltensbiologischen Wink: Sie sammeln gerne Eicheln auf Vorrat, welche sie vergraben und natürlich auch einige davon wieder vergessen. Darüber wiederum freut sich die Eiche, die so ihren Nachwuchs verbreiten kann. Neben dem Beruf des Polizei des Waldes, hat sich der Eichelhäher also auch noch als Förster verdient gemacht


Eine weitere interessante Besonderheit ist die Tatsache, dass Eichelhäher zur Parasitenbekämpfung nicht etwa ein Sandbad oder ähnliches nehmen, sondern Waldameisen gezielt provozieren und sich von deren Säure bespritzen lassen! Dieses Verhalten, welches auch vereinzelt andere Arten zeigen, bezeichnet man als „Einemsen“ (Emse=Ameise).

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