Nachmittags, windig, 2°C – die Frisur weht

Es gibt wieder frische See-Fotos der letzten Tage, Hauptstar heute: Die Reiherente.

Es ist heutzutage in Deutschland ein normaler Anblick des Winters mitunter hunderte Reiherenten auf Binnengewässer zu beobachten sowie regelmäßig erfolgreich brütende Paare zu finden. Dabei ist das noch eine verhältnismäßig junge Entwicklung, da die Art überhaupt erst seit ungefähr 200 Jahren erstmalig hier brütete und als regelmäßiger Brutvogel seit ca. 100 Jahren in Erscheinung getreten ist. Ein sprunghafter Anstieg begann dabei in etwa ab den 1950ern. Ursprünglich waren sie Brutvögel des östlichen und nördlichen Europas und haben ihr Verbreitungsgebiet über die Jahre gen Westen und Südwesten erweitert.

Reiherenten sind nicht so anspruchsvoll wie bspw. die Knäk-, Löffel- oder Krickenten und profitieren von den vielen künstlich geschaffenen Seen in Deutschland – ob als Bergbaufolgelandschaft, Angelgewässer oder Stauseen. Des weiteren spielen sicher auch die Zunahme milderer Winter als auch die Nährstoffeinträge in die Gewässer eine Rolle. Immerhin: Die Reiherente spielt eine wichtige und positive Rolle bei der Bekämpfung der eingeschleppten Dreikant- und Quagga-Muscheln, da sie diese gerne fressen.

Schöne Sicht(ung) bei trüb-kaltem Wetter

In der zuletzt doch sehr frostigen Zeit, in der viele Binnengewässer zugefroren waren, haben sich auf diesem offenen hier einige Wasservögel versammelt – so wie diese Tafelenten, die im Vergleich zu Stockenten mit einer Länge von 42-50cm, Spannweiten von 72-82cm und Gewichten von 700-1.100g etwas kleiner gebaut sind.

Der Grund, dass Tafelenten als Brutvögel hierzulande selten sind und leider auch weiterhin abnehmen, liegt sicher u.a. auch in den Lebensraum bzw. Brutgebietbedingungen begründet: So bevorzugt die Art größere offene Stillgewässer mit einer gut ausgebildeten, strukturreichen Ufervegetation. Zuviel Ordnung (Entfernung von Schilfzonen), Freizeitdruck, aber auch die internationale Bejagung setzen die Bestände unter Druck.

Brutinsel-Panorama

Von einem Beobachtungsturm an einem der Seen des Biosphärenreservates Schaalsee entstand aus 4 Einzelfotos das Panorama dieser Brutinsel. Die anderen 3 Fotos zeigen Details der Insulaner

Zu sehen sind: Stockente, Kormoran, Lachmöwe, Graugans, Flussseeschwalbe, Haubentaucher.

Das Brüten in Kolonien bringt zwar mitunter Nachbarschaftsstreitigkeiten mit sich wie bspw. Revierkämpfe oder Kleptoparasitismus; also das Abluchsen von Beute, aber für typisches Koloniebrüter wie Kormorane, Lachmöwen und Seeschwalben, scheinen die Vorteile klar zu überwiegen: Viele Augen sehen mehr und falls sich ein potenzieller Prädator nähert, wird er auf jeden Fall erkannt und dann nicht nur von einem Brutpaar bekämpft, sondern von allen.

Bei einem anderen Ausflug sind wir einmal Zeuge geworden, wie es einer Rohrweihe erging, die sich einer ähnlichen Brutinsel sich mit gewissen Absichten genähert hat; sagen wir es so: Das war nicht ihr Tag

Gemütlich übers Parkgewässer schippern

Die Blässhühner bzw. -Rallen in Stockentenbegleitung konnte ich im November auf einem Parkgewässer ablichten. Wie andere Rallen auch, hat auch das Blässhuhn riesig anmutende Füße, die aber nicht so oft zu Gesicht bekommt. Die Größe verringert zum Einen den Auflagedruck und lässt Blässhühner auch über Vegetation auf dem Wasser oder dünnem Eis laufen, ermöglicht ihm aber auch mit an den Zehen liegenden Schwimmlappen ein sehr zügiges Schwimmen. Dabei zeigen sie zeigen sie auch immer ein lustiges Kopfnicken.

Graugans mit Spiegelung

Interessant bei den Graugänsen ist die Fürsorgepflicht der Eltern: Nach der Flüggewerdung wird der Nachwuchs von beiden Eltern betreut und falls diese Familie zu den Ziehern gehört, fliegen sie gemeinsam ins Winterquartier – ungewöhnlich für Vögel. Erst im folgenden Frühjahr trennt sich dann die Familienbande. Außerhalb der Brutzeit sind Graugänse bekanntermaßen sehr gesellig und haben untereinander auch immer viel zu erzählen

Die Enten sind los

Um mal mit dem Fotostau etwas hinterherzukommen, gibt es heute gleich mehrere Enten aus diesem Sommer. Es geht los mit der…


Tafelente (Männchen und Weibchen): Die Tafelente hat ihr Brutgebiet erst in den letzten Jahrzehnten Richtung Westen ausgebreitet, ist als Brutvogel bei uns mit 2.800-3.900 Brutpaaren aber immer noch recht selten. Im Winter kann man sehr viele Durchzügler sehen, ein kleinerer Teil davon überwintert auch hier.

Die fliegenden Enten mit dem Löffelschnabel sind natürlich die Löffelenten – auch hier beide Geschlechter sichtbar. Im Schnabel sitzen sehr viele feine Hornlamellen, mit denen die das Wasser auf der Suche nach Nahrung durchseihen (Nahrungspartikel aus dem Wasser filtern).

Bekannter und häufiger als die beiden vorherigen ist die Reiherente. Hier betrachten wir das Weibchen (und die Ente betrachtet uns). Reiherenten sind mit einem Brutbestand von 21.000-31.000 Paaren auf vielen unserer Seen anzutreffen.

Ein dankbares Fotomotiv

…waren die Lachmöwen bei unserem Urlaub im Juni.

Das Zug- und Wanderverhalten von Lachmöwen lässt sich nicht allgemein beantworten, da dies je nach Schlupfort stark variiert. So treten sie als Standvögel, Teilzieher oder Kurzstreckenzieher auf.

Belebte Brutinsel als Panorama

Eine der Brutinseln im renaturierten Niedermoor „Großer Rosin“. Die Aufnahme entstand aus 7 Einzelaufnahmen. Zu sehen sind Graugänse, Stockenten, Reiherenten, Flussseeschwalben (bebrütet das Gelege) und Lachmöwen (schreit rum). Zwischendurch haben sich auch mal die Kampfläufer gezeigt.

HIER gelangt ihr zum Foto in voller Auflösung und allen Details. (Achtung, ca 50MB groß)

More Moor

Heute stehen die Vögelchen mal nicht im Vordergrund. Zu sehen sind einige Gebietsaufnahmen vom renaturierten Niedermoor Großer Rosin. Mittlerweile ein wahres Natur- und Vogelparadies

Seltenen Rothalstaucher gerade noch so erwischt

Wir hatten auf einem Gewässer des Großen Rosin den sehr seltenen Rothalstaucher entdecken können – sogar ein Elterntier mit Nachwuchs, die beide allerdings recht weit weg waren.

Später gab es vom Weg aus, der beidseitig dicht und hoch mit Schilf bewachsen war, eine winzige Stelle, an der man zwischen Halmen durchgucken konnte: Dort ist adulte Tier recht nah am Ufer geschwommen. Der kurze Moment hat immerhin noch für ein gutes Foto gereicht

Wie der bekannte und häufigere Haubentaucher, gehört der Rothalstaucher zu den Lappentauchern. Mit einem Brutbestand von gerade einmal 1.500-2.100 Paaren ist er in Deutschland ein echte Seltenheit.