Einblick in die letzte Nachtfalterkartierung vom 13.06.

Heute verschone ich euch mal mit längeren Texten Dafür gibt es umso Bilder zu bestaunen, welche erstaunlich bunt und vielfältig sind, denn es geht um Nachtfalter. Am 13.06. haben wir wieder geleuchtet, geködert, kartiert, jungen Waldkauzästlingen gelauscht und überfliegende Waldschnepfen beobachtet, während im Hintergrund eine Wildkatze maunzte. Ganz schön was los im Wald bei Nacht. Standort war eine Lichtung mit Pionierstandort im Mischwald der Uhlstädter Heide.

Wir konnten 75 Arten mit 134 Individuen erfassen. Viel Spaß mit den Collagen!

Einblick in die Nachtfalterkartierung Ende Mai

Am vorletzten Maitag bzw. -nacht, hat es vom Timing und den Bedingungen gepasst, dass wir mal wieder raus in die Nacht zum Nachtfalterleuchten und -ködern sind. Der beinahe-Vollmond war dabei irrelevant, da er im gewählten Gebiet durch Hangwälder verdeckt wird. Apropos Gebiet: Dass es sich um eines, der von mir betreuten Schutzgebiete handelt, macht so eine Erfassung natürlich immer noch ein Stück weit spannender, interessanter und aufschlussreicher.

Das Biotop zeichnet sich durch verschiedene mosaikartig angeordnete Habitate und Lebensräume aus: Von mageren, extensiven Wiesen mit Zottigen Klappertopf, Wiesen-Salbei, Großen Zweiblatt, Wiesen-Witwenblume, Wiesen-Schlüsselblume, Wiesen-Silau usw. bis hin zu Orchideen-Rotbuchenwälder, Edellaubwälder, Kiefern-Mischwälder und Sträuchersäumen.

Wir hatten 52 Arten mit 83 Individuen und waren von 21:30Uhr – 1:10Uhr aktiv. Viel Spaß mit den Collagen!

Nachtfalterkartierung vom 17.04.26

Heute gibt es mal wieder einen kurzen Überblick in unsere letzte Leucht- und Ködernacht bzw. deren Ergebnisse. Wir waren am Rand eines NABU-Schutzgebietes, welches ich betreue und was in einem NSG in Thüringen liegt. Teile befinden sich noch in eher schlechtem Zustand durch Waldkiefern-Monokulturplantagen, Teile spiegeln aber bereits schön den FFH-Sollzustand bzw. auch die entsprechenden FFH-Lebensraumtypen wieder: Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald, Geißklee-Eichen-Felswald und an besonders lichten Stellen finden sich kleine Halbtrockenrasen in südexponierter xerothermer Lage sowie einige schöne Sträuchersäume.

Für Mitte April waren wir mit 46 Arten in 113 Individuen in 4h sehr gut bedient. Wir hatten dabei nicht nur Arten der Roten Liste wie den Moosgrünen Eulenspinner, Rötliche Kätzcheneule und den Eichen-Zahnspinner – sondern letzteren auch in unglaublicher Anzahl mit gleich 18 Individuen. Bei so einem massigen und großen Falter hat sich das auch lautstark bemerkbar gemacht, wenn dauernd einer ins Laub geklatscht ist oder einen fast umgeflogen hat

Viele hübsch anzusehende Arten wie Lindenschwärmer, Kieferneule, Schmalflügelige Erdeule oder Birken-Sichelflügler waren ebenso dabei wie einige interessante Micros: Caloptilia alchimiella ist nicht nur nett gezeichnet, sondern fällt (neben der echt geringen Größe) auch mit der für diese Unterfamilie (Gracillariinae) typischen Haltung auf: die langen Vorderbeine werden gerade nach unten gehalten, was an ein aufbäumendes Pferd o.ä. erinnert

Erster Leucht- und Köderabend für 2026

Die Woche ging es für uns mit der ersten Nachtfalterkartierung für dieses Jahr los; die Bedingungen waren für diese wechselhafte Zeit gut und die Temperatur mild. In dem Biotop, das ich betreue, finden sich Halbtrockenrasen auf Muschelkalk, Edellaubmischwälder und Gebüschsäume.

Endlich hat sich uns auch mal der markante Frühlings-Kreuzflügel (Alsophila aescularia) gezeigt. Gelbfühler-Dickleibspanner (Apocheima hispidaria), Pappel-Dickleibspanner (Biston strataria) sowie die häufige Kieferneule (Panolis flammea), waren besonders attraktive Arten. Ein schöner und hübscher Fund war auch der Violettbraune Rosen-Blattspanner (Earophila badiata) und das Highlight in Bezug auf Seltenheit: Gestrichelter Lappenspanner (Trichopteryx polycommata), der steht in Deutschland auf der Vorwarnliste in Thüringen sogar auf der 2 als stark gefährdet.

Die Arten profitieren von der mosaikarten Landschaft aus vielen Habitatübergängen und einer Menge heimischer Gehölze wie Gew. Liguster, Gew. Schlehe, Stiel-Eichen, verschiedenen Wild-Rosen, usw.

Nachtfalter auf der Veranda in Ungarn – Teil 1

Beim Neusiedlersee-Urlaub auf der ungarischen Seite im Mai ’24 war das Terrassenlicht am Abend nicht nur beim Abendessen hilfreich, sondern auch um einige Nachtfalter anzulocken, zu fotografieren und zu bestimmen. Neben bekannten Arten und Arten, die man eher gerade noch so im südlichen Deutschland findet, waren auch Arten dabei, die ich in Thüringen eher nicht antreffen werde.

1) Der Rotbandspanner (Rhodostrophia vibicaria) ähnelt dem häufigen Ampferspanner vor allem in Farbgebung, Erscheinungsbild und Bänderung, weist aber nicht die typischen spitz gezackten Hinterflügel auf.

2) Dieser hübsch gezeichnete Zünsler, Cynaeda pustulalis – ohne Deutschen Trivialnamen, kommt nur in Süd- bzw. Südosteuropa vor. Die Art mag warme, steppenartige und oft sandige Offenlandschaften, auf denen Arten der Gattung Ochsenzunge (Anchusa spec.) vorkommen, an denen die Raupen fressen.

3) Das Weißgraue Flechtenbärchen (Eilema caniola) ist auch in Deutschland wohlbekannt. Die Raupen der Flechtenbärchen-Arten (Eilema spec.) haben tatsächlich diese besondere Nahrungsvorliebe: Flechten!

4) Noch ein wunderschönes Zünsler ist der Heuzünsler (Hypsopygia costalis). Das Heu im Namen rührt daher, da die Raupen der Art getrocknete Pflanzenteile fressen.

5) Die Lichtnelkeneule (Hadena bicruris) ist auf Nelkengewächse spezialisiert; dabei ist die Familie der Nelkengewächse gemeint. Die Raupen fressen also nicht nur an bspw. Karthäuser-Nelke, sondern auch an Arten der Gattung Silene spec. wie dem Seifenkraut.
Vor einigen Jahren hat man die Art in 2 Arten aufgesplittet, wie es neuerdings oft bei den Schmetterlingen passiert – dies ist allerdings unter Wissenschaftlern umstritten und es gibt deutliche Hinweise (DNA Barcoding & morphologische Hybride der 2 Formen), dass es nun doch keine eigenständigen Taxone sind. Daher bleibt die Bestimmung auch bei Hadena bicruris.

6) Noch ein Falter mit Liguster im Namen: Ligusterwickler (Clepsis consimilana). Das Foto zeigt ein stark abgeflogenes Männchen; die Art weist einen Geschlechtsdimorphismus auf, denn die Weibchen zeigen nicht die dunklen Bänder, sondern eine netzartige Oberflächenmusterung. Liguster scheint tatsächlich die wichtigste Nahrungspflanze zu sein, die Raupen scheinen es dabei wohl vor allem auf getrocknete Blätter abgesehen zu haben.

7) Richtig schön gezeichnet hat sich das weit verbreitete Eichen-Wicklereulchen (Nycteola revayana) gezeigt. Die Art kommt überall dort vor, wo es Eichen gibt, an denen die Raupen fressen können.

8 ) Ein ganz toller Fund war der Rohrbohrer (Phragmataecia castaneae): hier hatten wir Glück, dass sich unser Ferienhaus gar nicht weit weg vom Neusiedler See und dem Schilfgürtel befunden hat; der Name kommt nicht von ungefähr, den die Art lebt ausschließlich am bzw. vom Schilf.

9) Schon einige Flugmeilen hat offensichtlich die Steppenheiden-Spannereule (Polypogon plumigeralis) gesehen. In Deutschland ist die Art selten und auf den Südwesten beschränkt; ihr Verbreitungsgebiet reicht aber sehr weit von Nordwestafrika über Mitteleuropa bis nach Zentralasien. Der Trivialname passt, denn die Steppenheiden-Spannereule mag Ödländereien und Steppen.

10) Die Fotos zeigen alle die gleiche Art, die auch in Deutschland – wenn auch nicht häufig – verbreitet ist. Es ist das Vierpunkt-Flechtenbärchen (Lithosia quadra). Das namensgebende Merkmal zeigt allerdings nur das Weibchen, wobei alle 4 Punkte nur bei geöffneten Flügeln zu sehen sind, in typischer Ruhehaltung wird ein Punkt stets verdeckt. Das Männchen sieht dagegen vollkommen anders aus und zeigt auf den Vorderflügeloberseiten eine silbrige Grundfärbung mit orangen Ansätzen, während die Spitzen ins Dunkelgrau übergehen.

11) Das Weißliche Graueulchen (Meganola albula) kommt auch in Deutschland vor, für uns war dies aber der Erstfund. Die Art lebt recht versteckt und kommt zwar weit verbreitet, aber nicht in hoher Dichte vor. Es gibt noch viele weitere Trivialnamen für diesen Eulenfalter, einige davon tragen „Brombeere“ im Titel. Diese ist tatsächlich eine wichtige Futterpflanze für due Raupen, jedoch nicht die einzige. Es werden auch Blätter von Heidelbeeren, Erdbeeren und anderer Gewächse gefressen.

Graue Motten? Nachts wird’s bunt!

Mit meiner Partnerin gehe ich regelmäßig verschiedene Naturschutzgebiete mit Genehmigung und im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde nach Nachtfaltern kartieren. Mittels UV-Licht und Köder locken wir die Arten an, bestimmen und erfassen diese – die Daten gebe ich an entsprechende Stellen weiter und diese bilden u.a. die Grundlage zur Bearbeitung der Roten Listen bedrohter Arten usw. Normalerweise zeige ich die Fotos eher nicht auf meiner Foto-Seite, da sie eher dokumentarischen Charakter haben, aber es sind doch immer mal ein paar schöne Aufnahmen dabei und ein paar schöne Arten würde ich auch gerne mal zeigen, da die des Nachts fliegenden Arten immerhin den Großteil unserer ~3.700 Schmetterlingsarten ausmachen.

Zeit: 20:45-02:10, DO 01.05.
Ort: TH, LK SLF-RU
Habitat: Mischwaldrand, Muschelkalk-Felshänge, Kalk-Trockenrasen
Ergebnis: 52 Arten mit 92 Individuen

Seltenheiten: Weißes Ordensband (RL TH:1, RL DE:2), Gr. Gabelschwanz (RL TH:3, RL DE: *), Rötliche Kätzcheneule: RL TH: 3 RL DE: V).

Artnamen finden sich bei den Fotos

Drei Zipfelfalter-Arten bei der Eiersuche

Drei Zipfelfalter-Arten haben sich bei der Suche an den arttypischen Raupennahrungspflanzen die letzten Tage nachweisen lassen.

  1. Blauer Eichen-Zipfelfalter (Favonius quercus) an Stiel-Eiche (Quercus robur). Eine dieser Arten, die häufiger ist als man denkt, da die Imagines, also die erwachsenen Falter, auf Grund ihrer Lebensweise in den Baumkronen schwer zu entdecken sind. Die Eier, welche den Winter überdauern, lassen sich weit verbreitet und gut finden.
  2. Zwei Fundstellen und Fotos vom Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini) am Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), welcher sowohl für Thüringen als auch Deutschland auf der Roten Liste der Tagfalter als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft wird. Die Schwierigkeit bei dieser Art besteht erst einmal am Finden und Erkennen des Kreuzdorns, der im Überwinterungszustand einige Ähnlichkeit mit dem Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare) besitzt, dabei aber nur auf kalkhaltigen Böden vorkommt. Der Falter gilt als wärmeliebende Art und kommt vor allem in xerothermen Habitaten vor (sonnenbeschienene Trocken-Magerrasen).
  3. Das 4. Foto zeigt das Überwinterungsstadium bzw. Ei eines sehr weit verbreiteten und häufigen Falters, nämlich vom Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae). Auch, wenn man den Falter nicht so häufig zu Gesicht bekommt, da er oft in oder auf Schlehen-Gebüschen sitzt, zeigen die Eiernachweise seine weite Verbreitung an. Als Raupennahrungspflanzen ist er auf Arten von Prunus spec. angewiesen, also Pflaume (Prunus domestica) und ganz wichtig Schlehe (Prunus spinus).

Wintereulen im November mit schönen Überraschungen

Letztes Wochenende war ich u.a. im stadtnahen Mischwald (SLF-RU) unterwegs und das nette Wetter zum Beobachten und Kartieren von Vögeln genutzt. Da das Wetter genau dafür günstig war (mild, ordentlich Wind, Luftfeuchte und später Niesel), habe ich gleich ein paar Köderstellen für Eulenfalter präpariert. Beim abendlichen Durchgang konnte ich dann ein paar schöne Beobachtungen – auch abseits der Köder – machen.

Auf dem ersten Foto sieht man die Paarung des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata). Oben, erkennbar an den Stummelflügelchen, ist das flugunfähige Weibchen zu sehen, was nachts auf den Anflug der Männchen wartet, die gut unterwegs waren.

Verwechslungsgefahr besteht mit dem Buchen-Frostspanner (Operophtera fagata) der folgenden beiden Fotos. Auffallend ist, dass diese Art reinweiße und kaum bestäubte Hinterflügel zeigt und wenn eine Linienzeichnung vorhanden ist, dann meist deutlich. Bei O. brumata ist dies sehr variabel und verwaschen.

Foto 4 zeigt eine der Herbsteulen, die noch unterwegs waren: Die Gelbbraune Herbsteule (Agrochola macilenta).

Die nächsten Fotos mit dem abschließenden Porträt zeigen eine freudige Überraschung: Die Rotkopf-Wintereule (Conistra erythrocephala), die mit 13 Individuen an die 5 Köderstellen geflogen kam. Sie ist in Deutschland nur lokal verbreitet, in Thüringen steht sie auf der Roten Liste Kategorie 2 (stark gefährdet).

Gefreut habe ich mich über die Schwarzgefleckte Wintereule (Conistra rubiginosa) auf Foto 10. Die hatten wir schon in mehreren Gebieten im Umkreis gefunden, aber nie in großer Zahl; sondern wie hier vereinzelt – eine hübsche Eule!

Eine gute Bekannte ist die Eule auf den letzten Fotos, bei der mir von beiden Trivialnamen Heidelbeer-Wintereule bzw. Veränderliche Wintereule (Conistra vaccinii) definitiv der letzte besser gefällt, weil es ideal zu ihrer morphologischen Erscheinung passt. Trotzdem lässt sie sich mit ihren wiederzuerkennenden Zeichnungselementen (Nierenmakel, geschwungene Punkte im Submarginal-Bereich, schmalflügelig) mit bereits wenig Erfahrung schnell identifizieren.

Verschiedene Tiere bei Tag und Nacht im September

Heute gibt’s wieder aktuelle Fotos der letzten Tage. Es geht los mit 2 Aufnahmen der Weidenjungfer bzw. Westlichen Weidenjungfer (Chalcolestes viridis). Sie ist eine ebenso hübsche wie häufige Vertreterin aus der Familie der Binsenjungfern (Lestidae).

Bei Nacht hatten wir dann das Glück gleich 2 verschiedene Laufkäfer-Arten zu finden. Zuerst der sehr schöne Blauviolette Waldlaufkäfer, der seinen Namen dem bläulich-violetten Rand sowie den metallisch-blauen Reflektionen zu verdanken hat.

Der Lederlaufkäfer auf den danach folgenden Fotos, der gerade am Fressen war, hat seinen Namen den gerunzelten Flügeldecken zu verdanken, die tatsächlich etwas an Leder erinnern. Sie stehen in Deutschland unter besonderem Schutz, sind nicht sehr häufig, aber auch recht schwer zu finden, da sie nachtaktiv sind. Mit einer Größe von bis zu 40mm sind das recht stattliche Tierchen

Zuletzt gibt es noch den Schwarzen Schnegel: Hier ein Individuum mit dem typischen Kiel auf dem Rücken, der aber auch mal fehlen kann. So ein Individuum hatten wir neulich gefunden; generell können Nacktschnecken sehr variabel sein.

Und noch einmal Wintereulenfalter im März

Heute der letzte Beitrag vom 3. abendlichen Ausflug. In dem Gebiet war dieses Mal nicht ganz soviel los, aber dafür war die schöne Schwarzgefleckte Wintereule mal wieder dabei.
Zu hören war auch ein miteinander kommunizierendes Waldkauzpärchen; das Männchen ist wahrscheinlich gerade am Nest angekommen und das Weibchen hat geantwortet.

Auch die gruseligen und bellenden Schrecklaute von Rehen konnte ich aus der Nähe hören. Wer wirklich mal grausige Waldgeräusche hören will, sollte Eulen und Co vergessen – Rehe sind die echten Gruselmeister

HIER könnt ihr euch eine Aufnahme, die ich von so einem bellenden Reh angefertigt habe, anhören.

Foto 1 zeigt die Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa)

Foto 2 ist ein Individuum der Schwarzgefleckten Wintereule (Conistra rubiginosa)

Der Rest ist wieder unsere gute Bekannte, die Veränderliche Wintereule (Conistra vaccinii).