Diese Weißwangengänse konnte ich im September bei Deichen-Weiden am Wattenmeer, ihrem Überwinterungsgebiet, fotografieren. Sie werden auch Nonnengänse genannt und woher diese beiden Namen kommen, dürfte euch klar sein Etwas Verwechslungsgefahr besteht mit der Kanadagans, einer Art, die wie so viele andere, als Ziervogel in Parks und Zoos eingeführt wurde und mittlerweile verwildert ist.
Mit 750-800 Brutpaaren ist die Weißwangengans ein äußerst seltener Brutvogel in Deutschland, aber den Winter verbringen bis zu 475.000 Individuen, angereist aus ihren Brutgebieten in Grönland, Spitzbergen und der russischen Arktis, bei uns an den Küsten. Das entspricht ca 40% der weltweiten Population und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung des Nationalparks Wattenmeer und Teil des UNSECO-Weltnaturerbes, für viele Vögel – selbst bei weltweiter Betrachtung.
PS: Wer entdeckt unter den Graugänsen die juvenile Blässgans? ;D
Irgendwann ist das Winterhalbjahr und damit der Aufenthalt der Weißwangengänse hierzulande, wieder vorbei. Dann geht es zurück in die nordischen Brutgebiete, in denen sie im Mai und Juni ankommen. Viel Zeit bleibt ihnen in diesen Breitengraden nicht fürs Brutgeschäft und deshalb geht es schon bald nach Ankunft mit der Eiablage der 4-6 Eier los – es sei denn, der Winter hält sich besonders hartnäckig und eine Schneedecke steht dem im Wege. Die Brutplätze befinden sich meist auf Klippen, Felsen und Geröll entlang von Küsten bis in Bergregionen von Grönland und Russland. Kleinere Brutgebiete gibt es zudem auf nördlich gelegenen Inseln wie Spitzbergen.