Diese elegant geformte Gründelente sieht man bei uns vor allem auf dem Durchzug und auf einigen Überwinterungsplätzen. Mit dem namensgebenden Spieß ist die beim Erpel im Prachtkleid extrem verlängerte mittlere Schwanzfeder gemeint, die beim Weibchen zumindest ein wenig länger als bei anderen Enten ist.
Hier auf den Fotos vom September sieht man die Spießenten im Schlichtkleid und daher sind die Spieße nur minimal ausgebildet, aber dennoch gut zu erkennen.
Wir wurden an diesem Tag regelrecht überrumpelt, da uns innerhalb weniger Minuten gleich 7 Schwärme von Spießenten a‘ 20-250 Individuen überflogen haben. Insgesamt haben uns da ca. 530 Individuen überflogen. Etwas, was einem vermutlich nur am Wattenmeer passiert.
Das nicht so schöne Belegbild am Schluss zeigt sie im Prachtkleid im November.
Ende Dezember hat sich eine adulte, weibliche Spießente von ihrer besten Seite gezeigt. Eingerahmt von Thüringer Wald und Schiefergebirge mit wenig großen Wasserflächen, ist eine Spießente vor der Haustür schon eine Besonderheit hier.
Mit 15-25 Brutpaaren ist die Spießente kein typischer Deutscher Brutvogel, was hauptsächlich daran liegt, dass hier an die südwestliche Grenze ihres Brutareals liegt. Das Brutgebiet im Sommerhalbjahr erstreckt sich in einem weiten Band von Island über Kamtschatka und nach Nordamerika. Es muss zu früheren Zeiten, als noch nicht so viele Moore trocken gelegt wurden, auch hierzulande etwas größere Bestände gegeben haben. Was dagegen zugenommen hat, sind die Zug- und Rastbestände im Winterhalbjahr der ziehenden europäischen Population: Bis zu 30.000 Individuen sind dann – hauptsächlich an den Küsten – zu beobachten. Der Großteil überwintert jedoch südlicher wie im Mittelmeerraum.