Teichrohrsänger

Der kleine Karrekiet – So heißt der Teichrohrsänger zumindest im Volksmund – abgeleitet von dem knarzenden und rhythmischen Gesang des Vogels. Zu finden ist der recht häufige Teichrohrsänger überall dort, wo es dichte Schilfbestände an Gewässern gibt.

Auch, wenn man sie gut hören kann, ist es doch nicht immer leicht sie zu sehen, geschweige denn, anständige Fotos hinzubekommen. Denn oft tragen sie ihre markanten Gesänge versteckt aus dem Schilf heraus vor.

Da es einen „kleinen Karrekiet“ gibt, muss e auch einen großen geben, oder? Das ist dann sozusagen der volkstümliche Spitzname vom verwandten Drosselrohrsänger. Der trägt seinen Namen aufgrund seiner Größe, die an Drosseln wie Amseln erinnert – Länge 16-20cm, während es beim Teichrohrsänger lediglich 12,5-14cm sind! Auf Fotos ohne Größenvergleich fällt vor allem der kräftigere Schnabel sowie der breite Schwanz des Drosselrohrsängers auf. Auch der Überaugenstreif ist deutlicher gezeichnet. Die Bestimmung im Feld ist dagegen eine Sache der Ohren; auch wenn beide ein rhythmisches Karre-Karre-Kiet-Kiet von sich geben, so sind die Unterschiede in Lautstärke, Rauheit usw. unverwechselbar, wenn man sie einmal gehört hat.

Der Nestbau der Teichrohrsänger ist eine Kunst für sich, denn dieses wird zwischen den Halmen des Schilfs hängend gebaut. Bei dieser Art ist allein das Weibchen für den kompletten Nestbau verantwortlich und baut das Nest mit einer besonders tiefen Mulde, damit auch bei heftigem Wind der Nachwuchs nicht hinaus fällt.

Bei den verschiedenen Rohrsängern besteht untereinander eine große Verwechslungsgefahr. Neben dem Habitat, der Geografie und guten Fotos, sind in erster Linie die Rufe und Gesänge die größte Hilfe bei der Bestimmung.

Da Teichrohrsänger insektivor leben, sind sie gezwungenermaßen Zugvögel, die in Afrika überwintern – also typische Langstreckenzieher. Sie ziehen dabei bereits ab Juli und überwiegend nachts. Dabei schaffen sie in einer Nacht bis zu 188Km – bei einer Körpergröße ähnlich der eines Sperlings! Die bisher maximal erreichte 24h Distanz wird mit 303Km beziffert.

Die nächsten Fotos aus dem Juni zeigen einen juvenilen Vogel, der darauf wartet von seinen Eltern gefüttert zu werden – eines dieser Elterntiere zeigt das letzte Foto, worauf es beim eifrigen Erbeuten von Insekten zu sehen ist. Die Brutzeit beginnt im Mai und zieht sich bis zum Juli (August). 3-5 Eier zählt für gewöhnlich ein Gelege, es findet auch oft eine zweite Jahresbrut statt. Das ist auch gut so, denn die Art zählt mit zu den bevorzugten Wirtstieren des Brutparasiten Kuckuck

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