Wenn es im Gebüsch klappert

Na dann wird es wohl die Klappergrasmücke sein, denn ihren Deutschen Trivialnamen hat sie aufgrund ihres Gesangs erhalten. Die Fotos sind von Anfang April und ab der Zeit kann auch man wieder mit ihnen im Land rechnen, da sie dann vom Winterquartier zurückkommen. Wie die verwandte Gartengrasmücke und Dorngrasmücke, ist auch die Klappergrasmücke ein Langstreckenzieher, dessen Überwinterungsquartier von Nordost-Afrika bis im Osten südlich der Sahara reicht.

Früher bekam die Klappergrasmücke vom Volksmund den Namen Zaungrasmücke, was darauf zurückzuführen ist, dass sie einst ein häufiger Gartenvogel war. Das waren allerdings Zeiten vor millimeterkurzen Rasen, Mährobotern, Giftausbringung, einer Ordnung wie im Wohnzimmer und daraus folgender Strukturarmut und nicht zuletzt auch vor Zeiten in denen mehr eingeschleppte bzw. künstlich gezüchtete als heimische Gewächse in den Gärten waren. Die Klappergrasmücke ernährt sich nämlich im Sommer von Insekten und Spinnen, die sie oft in unaufgeräumten Laub- und Strauchecken findet und ab Herbst dann gerne von Beeren und Sämereien. Damit erfüllen heutige Gärten in weiten Teilen nicht mehr ihre Lebensraumansprüche.

Während dieser ehemalige Gartenvogel also sogar so bekannt war, dass der Volksmund ihm einen eigenen Namen gab, so ist er heutzutage außerhalb ornithologisch interessierter Kreise nur noch wenigen Leuten bekannt. Also Augen oder besser Ohren auf, wenn es aus einem Busch ab April klappert

Nicht jeder, der untertaucht, hat etwas zu verbergen ;-)

So wie dieser männliche Gänsesäger, der Anfang März über die Saale schipperte. Vor dem wortwörtlichen Untertauchen zeigen Gänsesäger ein interessantes Verhalten: Sie halten beim Schwimmen den Kopf unter Wasser und suchen die nähere Umgebung nach lohnenswerter potenzieller Beute, also kleine Fische, ab. Wenn nichts in Sicht ist oder der voraussichtliche Jagderfolg zu gering, dann wird keine Energie für einen Tauchgang verschwendet und weitergesucht. Diese Verhalten, was an Schnorcheln erinnert, kann man auf dem dritten Foto sehen.

Schlicht- oder Prachtkleid? Streng genommen beides!

Anfang März entstanden die Fotos von diesem Star, der sich gerade im Übergangskleid von Schlicht- zu Prachtkleid befindet. Aber streng genommen gibt es beim Star nur ein Federkleid bzw. eine Jahresvollmauser, die im Sommer stattfindet. Es ist nämlich nicht so, dass alle Vögel jeweils einmal im Jahr ins Schlichtkleid und dann nochmals ins Prachtkleid mausern.

Vögel wie der Star, aber auch Ammern, Haussperling und Finken mausern im Sommer in ein Abnutzungskleid. Das Prachtkleid ist sozusagen in bzw. unter das Schlichtkleid integriert und wird durch Abnutzung freigesetzt. Der Star ist dabei ein ganz besonders schönes Anschauungsbeispiel, da man hier bereits im Winter teilweise das metallisch-bunte Schimmern des späteren Prachtkleides erkennen kann, während die darüber liegenden Federpartien mit den weißen Punkten noch viel verdecken. Im Lauf der Zeit nutzt sich darüber liegende Schicht immer weiter ab, bis dann irgendwann so ab April herum, je nach Abnutzung, das darunter verborgene Prachtkleid ganz zum Vorschein kommt.

Turmfalken-Dame schaut vom Ansitz aus durch die Landschaft

Im März zeigte sich diese Turmfalken-Dame auf ihrer Ansitzwarte im Sonnenlicht, von wo aus sie sicher nach leichter Beute Ausschau gehalten hat. Dass Turmfalken gerne Mäuse jagen und besonders die zu den Wühlmäusen zählenden Feldmäuse, ist auch außerhalb ornithologisch interessierter Kreise wohlbekannt. Bei Mäusemangel oder günstiger Gelegenheit wird der Speiseplan gerne auch um Großinsekten wie Libellen oder Heupferde erweitert. Auch bei Amphibien, Reptilien und Vögeln – vor allem Jungvögel – kommt es vor, dass das letzte, was sie in ihrem Leben erblicken, ein (zugegeben süßes) Turmfalkengesicht ist.

Interessant beim Nahrungsspektrum ist vor allem der Aspekt des Standortes. Während bei unseren Turmfalken vor allem Kleinsäuger das Gros der Nahrung ausmachen und gelegentlich mit Insekten und Vögeln ergänzt wird, zeigt sich in Südeuropa eine andere Nahrungszusammensetzung: Hier dominieren Vögeln, Eidechsen und Insekten den Speiseplan.

Auch lokale Begebenheiten können Einfluss auf die Zusammensetzung der Beute haben, wenn es in der Nähe gute Plätze für Fledermäuse gibt, können sich daraus lokale Spezialisierungen beim Beuteerwerb auf die Fledertiere ergeben. So gibt es auch Orte mit steilen Felsen, an denen sich die lokale Population von Turmfalken auf das Plündern von Mehlschwalbennestern spezialisiert hat. Man nimmt halt, was man kriegen kann

Schwäne in einer Kette, die Rohrammer als Anschauungsbeispiel und Wacholderdrossel

In dem Beitrag gibt es einen kleinen Schwung aktueller Fotos mit 3 Arten aus einem Gebiet und dazugehörigen Informationen, damit es mit meinen unbearbeiteten Fotos mal vorangeht hier

1. Diese schön geordnet in einer Kette fliegenden, jungen Höckerschwäne, habe ich Anfang März vor die Linse bekommen. Eingeführte “Kulturschwäne” ziehen oft nicht bzw. so weit wie vollkommen wilde Populationen. Die Überwinterungsquartiere sind oft traditionelle Plätze, die jeden Winter aufgesucht werden. Das können Feuchtgebiete, Seen, aber auch Wiesen und Felder sein.

2. Die schön gezeichneten und kontrastreich maskierten weiblichen Rohrammern eignen sich hervorragend, um die Vogel-Topografie, vor allem des Kopfgefieders, (welche Stelle bezeichnet man wie) mit den jeweiligen Bezeichnungen zu versehen. Nicht verwunderlich, dass sie daher auch im Einleitungsteil von manchen Vogelbüchern als “Landkarte” der Merkmale herhalten muss. Hier sieht man Scheitelstreifen, Scheitelseitenstreifen, Überaugenstreifen, Augenstreifen, Zügel, Wangenstreifen, Bartstreifen und einen Kinnstreifen.

3. Eine Drossel und ähnlich groß wie die bekannte Amsel, dabei aber wesentlich bunter und kontrastreicher gefärbt, ist die Wacholderdrossel. Wenn man sie sitzend sieht, ist sie unverwechselbar, aber auch im Flug kann man sie leicht erkennen: Neben der typischen Drosselgestalt (kugeliger Bauch und breite Flügel) und ihren Rufen, fallen beim Flügelschlag die weißen Unterflügeldecken und vor allem der hellgraue Bürzel, der einem je nach Licht, regelrecht ins Auge springt, auf.

Rotmilane im Frühling

Mit einem Einflug von weggezogenen Rotmilanen aus den Winterquartieren ist ab Februar zu rechnen, die Fotos habe ich Anfang März gemacht. Die Ankunft im Brutrevier findet i.d.R. nicht vor Mitte Februar statt, oft Anfang März und dort finden dann in den meisten Fällen wieder die alten Partner zusammen, da sie bis auf Ausnahmen lebenslang verpaart bleiben. Mit Ausnahmen sind dabei vereinzelt Neuverpaarungen bei erfolglosen Brutversuchen junger Rotmilane oder aber in dicht besiedelten Regionen auch Paarungen von Weibchen mit fremden Männchen gemeint. Etwas weniger Treue gibt es dagegen zum Horst (Vergleich dazu Weißstörche, wo die Paare weniger aneinander und mehr ans Nest gebunden sind): Je nach Ort der Studie (Schweiz, Deutschland etc) und welche Individuen mit einbezogen wurden (erfahrene Altvögel, Erstbrüter) liegt die Quote an wieder benutzten Horsten bei nur 11,5-32% – Der Wechsel findet aber im selben Revier statt, in einer Entfernung von durchschnittlich 280m.

Balzende Rotmilane bieten eine fantastisch anzusehende Flugshow, denn neben Rufen und Beuteübergaben des Männchens an das Weibchen, finden rasante und waghalsig anmutende Flugspiele statt, bei der sich ein Partner oder das Paar aus größer Höhe spiralförmig herunterstürzen lässt. Nicht zum Balzspiel gehört dabei das noch spektakulärere ineinander Verkrallen und Herabstürzen zweier Rotmilane; hierbei handelt es sich um (Scheinangriffe), bei denen es um die Verteidigung des Revieres gegenüber Rivalen geht.

Im Sonnenschein dösen

Mit Beginn der Brutzeit war am Schlafplatz statt zwei beisammen sitzender Waldkäuze, nur noch einer zu sehen, was den begründeten Verdacht nahelegt, dass hier das Männchen sitzt und das Weibchen in der Höhle brütet. Im Gegensatz zum Stereotyp der gruseligen, nächtlichen Wesens der Eulen gelten tatsächlich alle Arten als ausgesprochen sonnenhungrig und lassen sich am Tageseinstand gerne die Sonne auf den Bauch scheinen.

Auch wenn es innerhalb der Eulen viele Übereinstimmungen bspw. in der Anatomie gibt, kann man viele Aussagen zu Sinnesleistungen oder zur Verhaltensbiologie von Eulen nicht verallgemeinern, da verschiedene Eulenarten ausgesprochen unterschiedliche ökologische Nischen besetzen und sich entsprechend unterschiedlich an die dortigen Bedingungen adaptiert haben. Zeit dazu hatten sie genug, denn Eulen sind nach aktuellem Wissensstand eine sehr alte Ordnung, deren ältestes Fossil sich auf ein Alter von 65 Mio. Jahren zurückdatieren lässt! Und nicht nur das, alle heutigen Nachfahren lassen sich auf diese Ur-Eule zurückführen – Die Eule wurde von der Evolution also nur einmal entwickelt. Das ist anders als bspw. bei den Falken, deren Ähnlichkeit zu den Greifvögeln auf konvergenter Evolution basiert, sich also ähnliche Adaptionen an ähnliche Bedingungen nochmals neu entwickelt haben, sie aber nichts mit den eigentlichen Greifvögeln zu tun haben.

Damit zurück zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei den Eulen, wovon es reichlich gibt. Das friedliche Beisammenschlafen der Waldkäuze am Tag bspw., wie in einem älteren Beitrag auf Fotos zu sehen, zeigt sich nur bei Arten, welche ganzjährig ein Revier besetzen und monogam leben so wie Steinkauz und Waldkauz. Absolut unvorstellbar wäre dies bei Arten wie dem Sperlingskauz, deren Partner sich selbst zur Brutzeit weitgehend aus dem Weg gehen und die das ganze Jahr über sehr aggressiv ihr Revier gegenüber Artgenossen verteidigen.

Unscheinbar im Blattwerk

…ist dieser Fitis im Juni herumgeturnt. Zum Glück hat er mit seinem Gesang auf sich aufmerksam gemacht, da war dann gleich klar, was da zwischen Blättern herumhuschte. Während seine Zwillingsart Zilpzalp schon im ganzen März zu hören war, muss man sich beim Fitis immer etwas mehr gedulden: Als Langstreckenzieher kommt er frühestens ab Ende März zu uns zurück.

Langstreckenzieher heißt in dem Fall, dass dieser gerade einmal 6,5-12g leichte und 17-22cm kurze Vogel je nach Lage zwischen 6.000-13.000km zurück legt, um zu den Winterquartieren südlich der Sahara bzw. wieder zurück zu gelangen! Die Hauptzugroute mitteleuropäischer brütender Fitise geht über die Südwest-Route bei der Straße von Gibraltar.

Zur Unterscheidung von seiner Zwillingsart habe ich hier bereits einiges geschrieben.

Bei dem Wetter die Höhle verlassen?

Ende März bei etwas Niesel war aus einer älteren Rotbuche ein Klopfen zu vernehmen, aber nichts zu sehen. Nur der Eingang einer Schwarzspechthöhle war zu sehen – Und ein langer Schnabel, der sich kurz darauf heraus geschoben hat Hier war nämlich das Schwarzspechtmännchen fleißig zugange, um das Höhleninnere weiter auszubauen.

Schwarzspechte denken und planen auch langfristig. Sie können nicht nur mithilfe der Klopf-Resonanz erkennen, welche Bäume von innen faulen und sich für Höhlen eignen würden, sondern bereiten diese Bäume über Jahre und teilweise Generationen vor. Dazu hacken sie sogenannte Initialhöhlen in den Splint: Die intakte und harte Hülle um den faulenden Kern. Denn dort ist das Holz bevorzugter Bäume, vor allem Buchen, auch für den Schwarzspecht noch zu hart bzw. zu aufwendig herauszuschlagen. Durch diese kleinen Löcher dringen Feuchtigkeit und Pilze ein und machen das Holz weicher. Nach einigen Jahren und Nachbesserungen, entsteht irgendwann eine richtige Höhle daraus. Das Prozedere kann sich bis zu 5 Jahre hinziehen! Zudem bauen sie sich auch Schlafhöhlen, die nicht der Brut, sondern zum Nächtigen und als Schutz bei Unwetter dienen.

Die beständigen Höhlen mit Regenschutz oben und Wasserablauf unten werden oft mehrere Jahre benutzt und wenn nicht bzw. nach der Brut stehen Nachmieter schon Schlange: Bereits Stunden nach dem Flüggewerden der jungen Schwarzspechte, nehmen bspw. Hohltauben die Höhle für ihre Brut in Beschlag. Neben den erwähnten Hohltauben gehört der Raufußkauz zu den Arten, die ganz explizit auf das Vorhandensein von Schwarzspechthöhlen angewiesen sind und ansonsten gar nicht zur Brut schreiten. Insgesamt sind es um die 60 Arten, die explizit oder in besonderem Maße von diesen Höhlen abhängig sind, darunter Schellenten, Dohlen und Baummarder.

Der Graue Herr beim Ausflug in Gartenanlagen

Im März habe ich diesen männlichen Grauspecht bei seinem Ausflug in eine Gartenanlage ablichten können. Grauspechte sind vor allem als Bewohner totholzreicher und gut strukturierter Buchenwälder der Mittelgebirgsregionen bekannt. Als so genannter Erdspecht (siehe dreckigen Schnabel auf den Fotos), ist er aber auch gerne außerhalb von Wäldern auf anliegenden Flächen wie Magerrasen, Auen, Parkanlagen und manchmal Gärten unterwegs, um am Boden nach Ameisen zu suchen. Im Gegensatz zu unserem anderen Erdspecht, dem Grünspecht, ist er allerdings weniger auf Ameisen spezialisiert. So frisst er auch sehr gerne Käferlarven, Raupen und ist auch Obst und Beeren nicht abgeneigt.

Ein weiterer Unterschied zum ähnlichen Grünspecht stellt das Trommelverhalten dar: Während der grüne Verwandte nur sehr selten und zart im Kontext des Höhlenanzeigens der Balz trommelt, trommelt der Grauspecht auch richtig, um sein Revier anzuzeigen. Überhaupt wird man einen Grauspecht auch eher hören, als dass man diese scheue Art direkt beobachten kann. Die Differenzierung zu den ähnlichen Lautäußerungen des Grünspechts bereitet gerade Anfängern beim Erkennen von Vogelstimmen oft Probleme, vor allem, da es draußen im Wald oft nicht so schön deutlich zugeht wie im Lehrbuch und eine Strophe wegen Störung oder dergleichen auch mal bei der Hälfte abgebrochen wird.

Der Balz- und Reviergesang des Grünspechts ist die das bekannte Kichern; es kann durchaus etwas in der Höhe und auch von Individuum zu Individuum variieren. Beim Grauspecht ist aber deutlich zu hören, wie die Strophe im Verlauf an Geschwindigkeit und Tonhöhe abnimmt. Vom Klangcharakter klingen sie weniger hell und scharf und sind beim Grauspecht auch deutlich seltener zu hören; meist tatsächlich nur zur Balzzeit im März und April sowie während einer kurze Phase zur Herbstbalz. Ein weiterer markanter Laut ist das Keckern, was oft als Alarm-, Warn- oder Distanzruf genutzt wird. Beim Grünen ist es ein lautes, kräftiges und gleich laut loslegendes Kjük-Kjük! Die Anzahl der Elemente der Rufreihe ist höchst variabel. Bei Störungen und beim Abfliegen werden sie oft Zweimal geäußert, als Flugruf, um auf sich aufmerksam zu machen, oft in einer langen, scharf klingenden Reihe.

Beim Grauspecht ist auch hier ein weicherer und langsamerer Klang zu vernehmen; als Stör- und Warnruf eingesetzt, ist beim Abflug oft nur ein Element zu hören: “Kjüüük”